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Das Leistungsprinzip
Ein Chef trägt die Verantwortung für den Erfolg seines Unternehmens, doch erwirtschaftet werden die Gewinne von allen Mitarbeitern. Chefsache ist es, Mitarbeiter zu führen und zu motivieren – und das ist eine Kunst.
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Kein Handicap für Arbeit
Völlig zu Unrecht, sagt Kurt Torner. Der Fleischermeister aus Hamburg beschäftigt seit vielen Jahren eine schwerbehinderte Mitarbeiterin. Nicht wegen möglicher Zuschüsse vom Staat, sondern aus Überzeugung - und weil die Leistung stimmt.
Als Kurt Torner vor 20 Jahren in Hamburg- Eidelstedt seinen Party- Service gründete und dafür eine Aushilfe suchte, bewarb sich auch die arbeitslose Heidrun Zöbisch. Der erste Gedanke des Fleischermeisters war: "Wie soll das denn gehen?" Denn die gelernte Pelznäherin spricht und hört nicht - sie ist von Geburt an taubstumm. Doch schon während der Probezeit überzeugte Heidrun Zöbisch nicht nur durch Zuverlässigkeit und Fleiß, sie bewies auch ein ausgesprochen gutes Händchen für das Anrichten von Platten. Kurt Torner stellte sie ein, entgegen aller Vorurteile. Heute hat die 50-Jährige die Verantwortung für den kompletten Geschäftsbereich Party-Service. Und ihr Handicap? "Das spielt keine Rolle", sagt Torner mit Überzeugung.
Ohne Worte erfolgreich "Sie war mir von Anfang an sympathisch", erklärt der 71-Jährige die Entscheidung, sich der Herausforderung, eine taubstumme Mitarbeiterin zu beschäftigen, zu stellen. Denn einfach war es am Anfang nicht: Schnell zeigte sich, dass eine vollkommen neue Art der Kommunikation gefragt war. Im ersten Jahr wurden Torner und Heidrun Zöbisch noch durch einen Betreuer der Arbeitsagentur begleitet, danach mussten die beiden selbst klar kommen. Doch das ging und zwar sehr gut, weil beide Seiten vorbildlich aufeinander zugingen: "Ich habe vieles aus der Gebärdensprache gelernt und Heidrun Zöbisch entwickelte das Ablesen von den Lippen bis zur Perfektion", erzählt Torner nicht ohne Stolz. Mit Erfolg: Heute klappt die Verständigung nahezu problemlos.
Keine Unterschiede in der Leistungsfähigkeit Dass es im Vergleich zu anderen Angestellten nur wenige Unterschiede gibt, wenn behinderte Mitarbeiter entsprechend ihrer Begabung gefördert werden, bestätigt auch Ulrich Römer von der Bundesarbeitsgemeinschaft der Integrationsämter und Hauptfürsorgestellen (BIH): "Behinderte sind genauso leistungsfähig wie alle anderen Arbeitnehmer auch." Und die meisten Behinderungen wirken sich nach seiner Erfahrung gar nicht auf den Arbeitsplatz aus.
Einstellung hat sich gelohnt Für Kurt Torner hat sich die Einstellung von Heidrun Zöbisch auf jeden Fall gelohnt: Mit ihrer Hilfe nimmt Torners Party- Service heute die Hälfte des Umsatzes ein. Und wenn er könnte, würde Kurt Torner auch noch einen zweiten behinderten Menschen einstellen. Nicht wegen möglicher Zuschüsse vom Staat. Sondern weil er überzeugt ist, dass das Handwerk behinderten Menschen einen guten Arbeitsplatz bieten kann.
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