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Wirtschaftskrise
 
Die allgemeine Wirtschaftkrise stellt gerade kleine und mittelständische Unternehmen vor große Herausforderungen.


Struktur gegen die Krise  

Umfangreiche Konjunkturprogramme sollen rund um den Globus die Wirtschaft ankurbeln und die negativen Auswirkungen der Krise abmildern. Für die kleine Duisburger Baufi rma Grudzinski kam das Programm gerade noch rechtzeitig.


Wenn die Wirtschaft lahmt, fahren Unternehmen ihre Investitionen zurück, Verbraucher sparen beim Konsum und die Steuereinnahmen brechen ein. Angesichts solcher Szenarien boomen Konjunktur-Theorien von John Maynard Keynes: Wenn die private Nachfrage wegbricht, so der britische Ökonom, muss der Staat in die Bresche springen und mit seinen Aufträgen Wachstum und Arbeitsplätze sichern. Und so scheinen staatliche Konjunkturprogramme derzeit ein Allheilmittel gegen die Krise zu sein, auch in Berlin sitzt der Euro so locker wie nie zuvor: Bis dato hat die Regierung rund 80 Milliarden Euro in den Wirtschaftskreislauf gepumpt. Insbesondere das deutsche Handwerk und die Baubranche profitieren zunehmend von den Finanzspritzen: Laut einer Umfrage des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH) hat bislang jeder fünfte Betrieb mit mehr als zehn Beschäftigten öffentliche Aufträge aus den Konjunkturpaketen des Bundes erhalten. Bis 2011 wollen die Kommunen knapp 12 Milliarden Euro ausgeben, das ergab eine Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernest & Young. Etwa 80 Prozent der Mittel aus dem Konjunkturpaket II fließen dabei in Sanierungsarbeiten: "Klassische Aufträge für lokale und regionale mittelständische Unternehmen", bestätigt Manfred Morgenstern von Ernest & Young.
Fast nur noch kleine Reparaturen
Auch das Bauhandwerk vor Ort profitiert - ein kleines bisschen zumindest: So wie die Duisburger Firma Theodor Grudzinski Asphalt- Straßenbau & Bauwerkisolierung. Weil die öffentlichen Kassen leer waren, konnte Firmenchefin Dagmar Becker ihre 17 Mitarbeiter fast nur noch für kleinere Aufträge und Reparaturen losschicken. Und dann kam die Krise: "2008 lief schon schleppend. Doch 2009 war eine einzige große Flaute, für uns und für andere Handwerker", sagt Dagmar Becker. "Öffentliche und private Aufträge waren wie abgeschnitten." Der kleine Betrieb musste Kurzarbeit anmelden und vermutlich würden die Mitarbeiter heute noch untätig zuhause sitzen, wenn nicht Geld vom Bund in Gestalt des Konjunkturpaketes II nach Duisburg gekommen wäre: Für die Sanierung einer altersschwachen Straße schrieb die Stadt einen Auftrag aus. Die Theodor Grudzinski GmbH gewann die Ausschreibung, ein Auftrag in Höhe von gut 240.000 Euro. "Das kam gerade rechtzeitig", sagt Firmenchefin Becker, "wir werden uns auf jeden Fall um weitere Aufträge aus dem Konjunkturpaket bewerben."
Kein Allheilmittel
Aber sind die Konjunkturspritzen tatsächlich das Patentrezept gegen die Krise? Nur bedingt. Denn solche Programme - speziell im Bereich Infrastruktur - sind nur mit einer Schwindel erregenden Neuverschuldung zu finanzieren. Das Motto "Viel hilft viel" gilt nur begrenzt - viel wichtiger ist, was mit dem Geld getan wird. Michael Bräuninger, Konjunkturchef beim Hamburgischen Weltwirtschaftsinstitut, setzt auf die richtige Mischung: Einerseits staatliche Ausgaben - wie Investitionen in die Bauwirtschaft, andererseits die Stärkung des Konsumbereich: "Das tut man am besten, indem man die Haushalte entlastet und dort die verfügbaren Einkommen erhöht." Und nicht zu vergessen, ein von vielen Seiten geforderter, verbindlicher Tilgungsplan für die Neuverschuldung. Ganz im Sinn von John Maynard Keynes: Der plädierte während der Wirtschaftskrise der 20er Jahre nicht nur für staatliche Ausgaben im Abschwung, sondern ebenso für einen Schuldenabbau, wenn es wieder besser läuft.


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