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Mehr Leistung durch „Belohnung“? Auf Pinnwänden von immer mehr Firmen prangt im Vier-Wochen-Rhythmus das Bild eines frisch gekürten „Mitarbeiter des Monats“, viele große Unternehmen machen ihre Mitarbeiter zu Aktionären – die Rede ist von Anreizsystemen. Offenbar reicht der Lohn alleine nicht mehr aus, um für die nötige Motivierung der Belegschaft zu sorgen. Wie bei vielen Trends stehen auch hier die USA Pate. Ein starkes Leistungsethos und das Selbstverständnis von Unternehmen als "große Familie" führen dazu, dass dort in vielen Firmen vermeintlich leistungsfördernde und identifikationsstiftende Anreize eingesetzt werden. Leistungsbereitschaft an Motivation gekoppelt Psychologen wissen schon lange, dass Leistungsbereitschaft an Motivation gekoppelt ist. Das System der motivationsfördernden Leistungsanreize knüpft an die Grundbedürfnisse des Menschen nach sozialer Anerkennung und materieller Sicherheit an. Zu den materiellen Anreizen zählen Leistungszulagen, Erfolgs- und Kapitalbeteiligungen. Nichtmonetäre Anreize können neue Titel, oder ideelle Anerkennungen sowie Ideenwettbewerbe mit Preisverleihung sein. Der Nutzen von Anreizsystemen ist allerdings umstritten. Untersuchungen belegen, dass vor allem finanzielle Incentives nur etwa fünf Jahre lang tatsächlich leistungssteigernd wirken. Danach fallen Mitarbeiter in alte Gewohnheiten zurück. Denn Anreize ändern langfristig nicht die Einstellung zum Job, sie können nur zeitweilige Motivation "kaufen". Mitarbeiter berücksichtigen Um Leistungspotenziale dauerhaft zu wecken, sollten Mitarbeiter verantwortlich an Entscheidungen beteiligt werden. Positive Erfahrungen werden mit individuellen Zielvereinbarungen zwischen Vorgesetztem und Mitarbeiter gesammelt. Diese können durch geeignete Leistungsanreize unterstützt werden. Doch die Situation des Mitarbeiters sollte berücksichtigt werden, denn nur er weiß, was im Moment für ihn passt. Für einen jungen Mitarbeiter sind Preise oft ein schwächerer Anreiz als bares Geld. Ältere Mitarbeiter dagegen könnten sich mehr für Belegschaftsaktien oder Beförderungen interessieren. Doch Vorsicht: Nicht alle Leistungsanreize lassen sich unkritisch übernehmen. Ein "Mitarbeiter des Monats" kann ein derartiges "Ausgestelltsein" durchaus als peinlich empfinden. Überdies kann ein solcher Wettbewerb schnell "Druck" nach innen erzeugen - und so die Maßnahme in eine Motivationsbremse verwandeln. Literaturtipp: Daniel Zanetti 1001 Tipps zur Mitarbeitermotivation München 2001 9,15 Euro ISBN 3-4788-1254-2
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