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Kommunikation: „Die eigene Insel ab und zu verlassen“ Meier betritt das Büro seines Angestellten Müller: „Unseren Kunden müssten unbedingt die neuen Kataloge zugesandt werden.“ „Gute Idee“, pflichtet ihm Müller bei. In den folgenden Wochen passiert: nichts. Kein Katalog wird verschickt, niemand fühlt sich verantwortlich. Innerbetriebliche Kommunikation Fehlanzeige. Aber warum? Für Kommunikationsforscher ist das ein klassischer Fall von missglückter Kommunikation, wie sie täglich im Berufsleben vorkommt. Sich wirklich zu verstehen, ist nämlich gar nicht so einfach. Kommunikation in Betrieben effektiver zu machen und den Missverständnissen mit Trainingsprogrammen zu Leibe zu rücken, daran arbeiten Kommunikationsexperten wie Vera F. Birkenbihl. Mit einem klaren Ergebnis: Erfolgreiche Gesprächsführung kann man lernen. Was also hätte Herr Meier besser machen können? Zunächst einmal, sich präziser auszudrücken und seinen Wunsch deutlich zu adressieren. Etwa: "Versenden Sie so schnell wie möglich die Kataloge an unsere Kunden!" Wenn auch ein bisschen mehr Höflichkeit durchaus angebracht wäre. Ein unhöflicher Befehlston bringt nämlich viele Mitarbeiter eher gegen ihre Vorgesetzten auf - gemäß dem Grundsatz: "Da kann er warten, bis er schwarz wird." Die Frage, ob der Mitarbeiter im Moment überhaupt Zeit hat, die Kataloge zu versenden, wäre ein weiterer Schritt in die richtige Richtung. Um bei unserem Beispiel zu bleiben: Bei dem hier sicher fälligen Konfliktgespräch wäre es für den Chef angebracht, sachlich zu bleiben, auch wenn's vermutlich schwer fällt. Aber um solche Missverständnisse künftig zu vermeiden, sollte er auf seinen Mitarbeiter eingehen und konkret nachfragen, woran es denn gehakt hat bzw. ruhig zugeben "Vielleicht habe ich mich nicht klar genug ausgedrückt." "Wer fragt, führt", so lautet die Devise, die Vorgesetzten die Angst vor dem persönlichen Nachfragen nehmen soll. Es hilft, sicherzustellen, dass die eigene Botschaft beim Empfänger richtig angekommen ist. Überzeugen - Kunden wie Mitarbeiter - kann schließlich nur derjenige, der in der Lage ist, einen echten Dialog zu führen statt zu monologisieren, und auch einmal eine andere Meinung gelten lassen kann. Übung macht den (Kommunikations-)Meister Klingt eigentlich ganz einfach und dennoch fällt es vielen Menschen schwer, "gut" zu kommunizieren. Wie das geht, das kann man in den Seminaren von Vera F. Birkenbihl oder anderen lernen. Um sich besser in andere hineinversetzen zu können, empfiehlt sie zu trainieren, jemanden so genau wie möglich zu zitieren und auch körpersprachlich nachzuahmen. Toleranz ist in den Augen Birkenbihls eine Grundvoraussetzung für erfolgreiche Kommunikation. Ihr Tipp: ruhig einmal bei einer Gruppendiskussion den Advocatus Diaboli spielen und eine Gegenposition zu den eigenen Ansichten vertreten. "Wenn man nämlich nur einmal gemerkt hat, dass die Position der jeweiligen Gegenseite durchaus auch für sich' hat, dann wird man in Zukunft vorsichtiger und offener sein, wenn es gilt, seine eigene Insel ein wenig zu verlassen." Buchtipp: Vera F. Birkenbihl: Kommunikation für Könner ...schnell trainiert. mvg-Verlag 2000 7,62 EURO ISBN 3-4788-1167-5
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