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Und läuft und läuft und läuft... Problem Schichtarbeit  

Gerade in produzierenden Betrieben müssen die Maschinen rund um die Uhr im Einsatz sein. Eine Maschine, die nicht läuft, kostet den Arbeitgeber bares Geld. Schichtarbeit, das ist wissenschaftlich erwiesen, schadet jedoch der Gesundheit der Arbeitnehmer. Die wechselnden Arbeitszeiten führen oft zu einer Beeinträchtigung der sozialen Beziehungen.

Menschen, die wenig soziale Beziehungen haben, sind wiederum anfälliger für Suchtkrankheiten als andere. Der Gesetzgeber hat diese Gefahren erkannt und ein Gesetz zur Gestaltung und Flankierung der Nacht- und Schichtarbeit erlassen. Besonders gefordert wird hier, die Schichtarbeit nach arbeitswissenschaftlichen Erkenntnissen zu gestalten.

Dabei gelten folgende 8 Empfehlungen

1. Die Anzahl der aufeinander folgenden Nachtschichten sollte möglichst gering sein.
2. Nach einer Nachtschichtphase ist eine möglichst lange Ruhephase zu empfehlen, die keinesfalls weniger als 24 Stunden betragen sollte.
3. Mehrere freie Wochenendtage hintereinander sind besser als einzelne freie Tage am Wochenende.
4. Im Schichtsystem arbeitende Menschen brauchen mehr freie Tage als Tagarbeiter.
5. Das Schichtsystem sollte immer vorwärts rotieren, d.h. von Nachtschichten auf freie Tage und danach auf Frühschichten wechseln.
6. Die Frühschicht sollte nicht zu früh beginnen und die Nachtschicht nicht zu spät enden, um dem natürlichen Biorhythmus weitgehend zu entsprechen.
7. Individuelle Vorlieben sind wichtiger als starre Anfangszeiten. Hier sollte sich der Arbeitgeber flexibel zeigen.
8. Die Schichtpläne sollten überschaubar und auf längere Sicht geplant sein, so dass der Arbeitnehmer sein Leben darauf einstellen kann.

Diese Kriterien sind zum Teil nicht gleichzeitig zu erfüllen. Als besonders wichtig werden von Arbeitswissenschaftlern in der Regel die Gewährleistung einer ausreichenden nächtlichen Erholung und der Erholung zwischen den Schichten hervorgehoben. Im Einzelfall sollten immer die Vorlieben des Arbeitnehmers berücksichtigt werden.
Buchtipp

B. Beermann: Leitfaden
zur Einführung und
Gestaltung von Nacht-
und Schichtarbeit.
Bundesanstalt für Arbeitsschutz
und Arbeitsmedizin. 1997
 
Weitere Informationen:
Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, Berlin
Postfach 5, 10266 Berlin
Tel. 0 30/51 54 81 94
Fax 0 30/51 54 81 70
www.baua.de/prax/schicht.htm
poststelle@baua.bund.de
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