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„Die geliehene Idee“ – Franchising
1998 lebten in Deutschland 33.000 Menschen von der Geschäftsidee eines anderen. Die Rede ist von Franchising.
"Franchising ist die Eingehung einer dauerhaften partnerschaftlichen Beziehung. Man könnte es mit einer Ehe vergleichen", meint der Verbandsanwalt des Deutschen Fanchise Nehmer Verbandes e.V. (DFNV), Dr. Jan Patrick Giesler. Die Amerikaner sagen nüchterner "Partners for Profit".
Das Grundprinzip besteht darin, dass der Franchise-Nehmer eine bereits vorhandene Geschäftsidee adaptiert und sie umsetzt. Dabei ist er rechtlich selbstständig und wirtschaftet auf eigene Rechnung. Die Vorgaben von Seiten der Franchise-Geber sind höchst unterschiedlich, sie erstrecken sich von der Vorgabe der Rauminnenausstattung über die Werbung bis hin zum Produktkaufzwang.
Vom Geben und Nehmen
Gerade für Existenzgründer hat Franchising den Vorteil, dass der Jungunternehmer auf eine im Markt erprobte Geschäftsidee zurückgreifen kann. Gute Franchise-Geber bieten jedoch mehr: der Aufina/ERA-Maklerverbund beispielsweise versorgt seine Geschäftspartner mit Marktanalysen, neuen Marketingkonzepten, Werbematerial, Know-how und regelmäßigen Weiterbildungsangeboten. Lizenzen, Markenrechte und Patente werden weiter gegeben. Der Franchise-Geber bekommt im Gegenzug einen vertraglich festgesetzten Anteil des Umsatzes, Gebühren für die von der Zentrale realisierten Werbemaßnahmen und kann sicher sein, dass seine Geschäftsidee in seinem Sinne umgesetzt wird. Und das kostengünstiger und risikoloser als bei einer Filialgründung.
Partnerwahl
Auch bei der Auswahl der Franchise-Nehmer vonseiten der Geber ist das Verfahren sehr unterschiedlich. Vom mehrstufigen Testverfahren bis hin zu dem Fall eines Nachhilfe-Institutes, das sich mit der Versicherung begnügte, dass der künftige Franchise-Nehmer gerne mit Kindern und Jugendlichen arbeitet, ist alles möglich. McDonald's, eines der bekanntesten Franchising-Unternehmen, wünscht sich von seinem zukünftigen Unternehmer, dass er "das McDonald's System personifiziert und in seiner Kommune intensive Kontake zu Vereinen, Organisationen und Behörden als dort ansässiger Geschäftsmann pflegt". Na, dann...
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