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Globalisierung begünstigt Ausbreitung von Seuchen  

Infektionskrankheiten galten lange als kontrollierbar. Doch spätestens mit dem Auftreten von AIDS ist die Bedrohung durch Seuchen wieder ins Bewusstsein gerückt. Und die Globalisierung tut ihr Übriges. Denn mit der zunehmenden Mobilität der Menschen können sich Infektionskrankheiten schneller ausbreiten.

Infektionskrankheiten, die früher nur lokale Bedeutung hatten, reisen heute mit der Geschwindigkeit von Flugzeugen. Vor allem die Vielzahl exotischer Fernreisen, aber auch Tier- und Nahrungsmitteltransporte bringen die Verschleppung von ansteckenden Krankheiten mit sich. So verzeichnet das Robert Koch Institut jedes Jahr rund 1000 Malariafälle und bis zu 3000 Fälle des tropischen Dengue-Fiebers. Und das in einem kühlen Land wie Deutschland. Aber auch die Diphtherie, die durch Impfprogramme fast vollständig zurückgedrängt war, ist wieder auf dem Vormarsch. Schlechte Durchimpfungsraten in den Ländern der ehemaligen Sowjetunion, aus denen viele Menschen zuzogen, und Impfmüdigkeit unter Erwachsenen gelten als Ursachen.
Wie kann man sich schützen?

Insbesondere bei Reisen in tropische Länder empfiehlt es sich, die gängigen Verhaltensregeln zu beachten. So lassen sich Darminfektionen vermeiden, wenn man sich ausschließlich mit frisch gekochten oder hygienisch einwandfreien Nahrungsmitteln ernährt. Früchte sollten vor dem Verzehr immer geschält werden. Viele Krankheitskeime gelangen über das Trinkwasser in den Körper. Deshalb sollte nur sauberes, abgekochtes Wasser verwendet und Eiswürfel in Getränken ganz vermieden werden. Bei der Toilettenhygiene vermeidet häufiges und gründliches Händewaschen die Übertragung von Infektionserregern.

Empfehlungen für vorbeugende medizinische Maßnahmen vor Antritt der Reise lassen sich kaum verallgemeinern. Denn die Prophylaxe richtet sich nicht nur nach dem Reiseziel, sondern auch nach der Aufenthaltsdauer, der Art der Reise oder der Jahreszeit. Bei Tropen-Reisen sind Impfungen gegen Hepatitis A (Gelbsucht), Typhus, Polio (Kinderlähmung), Tetanus (Wundstarrkrampf) und Diphtherie sinnvoll. Demgegenüber wird die medikamentöse Malariaprophylaxe unter Fachleuten durchaus kontrovers diskutiert, da sie keinen hundertprozentigen Schutz bietet und häufig zu spät oder zu zögerlich angewandt wird. Und für eine erhebliche Anzahl von Infektionskrankheiten wie etwa AIDS oder Hepatitis C steht auch weiterhin keine medizinische Prophylaxe zur Verfügung.
 
Gesundheitsdienst des Auswärtigen Amtes: Hinweise zu Impfschutz und Prophylaxe,
medizinischer Versorgung und Verhaltensmaßregeln.
www.auswaertiges-amt.de
Robert-Koch-Institut:
Überblick über Infektionskrankheiten
www.rki.de/infektinefekt.htm
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