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Tourismus bietet internationale Berufschancen 80.000 freie Stellen meldete jüngst der Hotel- und Gaststättenverband und warb mit guten Karriere-Aussichten. Die Reise- und Tourismusbranche ist eine der umsatz- und beschäftigungsstärksten Branchen in Deutschland. Und sucht noch händeringend nach Verstärkung. Trotz Schwankungen boomt der Markt. Die Übernachtungszahlen in Deutschland steigen. Waren es 1999 schon 100 Millionen Gäste mit 308 Millionen Übernachtungen, stieg die Statistik im Jahr 2000 noch einmal an. Aber die wachsende Dienstleistungs-Branche ist personalintensiv. "Krisensicher" nennt denn auch Ingrid Hartges, Geschäftsführerin des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes, das Berufsfeld. Mit sechs Ausbildungsberufen und über 90.000 aktuellen Ausbildungsverträgen ist die Branche hier Spitzenreiter. Trotzdem werden noch Auszubildende gesucht: "Während es in den neuen Bundesländern einen Überhang an Bewerbern gibt, könnten wir in den alten noch Lehrstellen besetzen". Dabei hat die Ausbildung einen guten Ruf. Nicht zufällig sind die Spitzenjobs in der internationalen Hotellerie meist mit Deutschen besetzt. "Ein Grund dafür ist sicher das duale Ausbildungssystem. Die Lerninhalte sind zukunftsweisend: Sie legen Wert auf Schlüsselqualifikationen wie Service- und Gastorientierung. Zur Qualifikation gehören auch Sprachkenntnisse und interkulturelles Wissen. "Unsere Branche ist international", so Frau Hartges. "Wer Karriere machen will, sollte internationale Erfahrungen sammeln, im Ausland in verschiedenen Häusern arbeiten. Häufiger Arbeitsplatzwechsel ist bei uns daher nichts Negatives". Reiseetat: 46 Milliarden Euro Der Bedarf an international geschultem Personal ist gewachsen. 1999 wurden 62,5 Millionen Urlaubsreisen von Deutschen mit einem Reiseetat von 46 Milliarden Euro gezählt. Hochrechnungen erwarten bis 2010 eine Verdoppelung. Mit zunehmender Freizeit und Mobilität hat sich das Reiseverhalten in Deutschland, aber auch international verändert. Der Trip "mal eben in die USA" ist genauso trendy wie häufige Kurzreisen in benachbarte Regionen. Deutsche und ausländische Urlauber erwarten dabei einen internationalen Standard, egal wo. Und deutsche Urlauber - weltweit die "Reiseweltmeister" - lieben auch in der Türkei oder in Spanien deutsche Betreuung. Keine Frage, wer einen zukunftssicheren Job möchte, ist hier richtig. Warum fehlt dann Personal? Ingrid Hartges: "Mobilität, Kommunikationsfreude und Dienstleistungsorientierung sind Voraussetzungen, die nicht jeder mitbringt. Vielen ist der Beruf auch zu anstrengend. Vor allem die atypischen Arbeitszeiten sind nicht jedermanns Sache." Eines ärgert sie besonders: "Unsere qualifizierten Leute sind hervorragend ausgebildet. So werden sie leicht abgeworben von Branchen mit normalen Arbeitszeiten und manchmal auch besserer Bezahlung."
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