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Wie wichtig sind die Bedürfnisse von Mitarbeitern? Und warum man sie als Arbeitgeber Ernst nehmen sollte, darüber finden Sie hier profunde Informationen.


Soziale Kompetenzen groß geschrieben!  

Nicht von den kleinen Macken eines Chefs oder Kollegen ist die Rede, wenn dessen „soziale Kompetenzen“ -angemahnt werden. Es sind zum Beispiel eher die massiven Verhaltensfehler gegenüber Mitarbeitern, die in vielen Betrieben zu Konflikten und zur Leistungssenkung ganzer Abteilungen führen.

Seitdem die Motivationsforschung dies erkannt hat, werden Mitarbeiterqualitäten nicht mehr nur in Überstunden gemessen. "EI", die "Emotionale Intelligenz", wie ihr Erfinder David Coleman die Fähigkeit nennt, soziale Zusammenhänge zu erkennen und zu steuern, ist längst als Produktivitätsfaktor erkannt. Wurden aber diese Fähigkeiten früher vor allem für die Manageretage reklamiert, ist inzwischen in vielen Branchen das Bewusstsein für die sozialen Kompetenzen auch der einzelnen Mitarbeiter gewachsen.

Das bestätigt Marcella Kessel, Personalleiterin der im Anlagenbau tätigen ABB Paint Automation GmbH im hessischen Butzbach: "Wir arbeiten sehr projektorientiert. Dafür ist es erforderlich, dass sich Experten und Spezialisten im Team austauschen und kooperativ arbeiten." Die Steuerung übernimmt ein Projektleiter, der - wie alle anderen Teammitglieder - unabhängig von internen Strukturen je nach den Erfordernissen des Produkts oder der Nähe zum Kunden ausgewählt wird. Marcella Kessel erläutert: "Er muss das Ganze zusammenhalten, den Überblick bewahren und die Gruppe einschwören. Gerade in unserem Bereich sind soziale Kompetenzen oft bedeutender als eine Abteilungsleiterhierarchie oder Spezialistentum".
Aber, so fügt sie hinzu, das allein reicht nicht. Auch die soziale Kompetenz nach außen ist ein Erfolgsfaktor. Kunden- und Serviceorientierung ist das Leitbild, unter dem sich jedes Team formiert. Die Kommunikation mit dem Kunden ist daher besonders wichtig - er muss wissen, dass sein Auftrag beim Team in guten Händen ist.

Auch Hans kann noch lernen

Kein Wunder, dass Marcella Kessel als Personalleiterin bei der Personalauswahl besonders auf soziale Kompetenzen achtet. Da muss es dann nicht unbedingt derjenige mit den besten Noten sein, der den Zuschlag erhält. Mit Fortbildungen, Teamtrainings und Projektmanagementschulungen, die ein Bewusstsein für Gruppenprozesse und Techniken der Gesprächsführung vermitteln, werden Mitarbeiter zusätzlich qualifiziert.
Hat der Teamgeist auch Auswirkungen auf das Betriebsklima? "Absolut", meint Frau Kessel. "Unsere Atmosphäre ist ausgesprochen kollegial und teamorientiert. Auch in schwierigen Zeiten oder bei Auftragssorgen gibt es einen guten Zusammenhalt der Belegschaft."


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