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Mensch im Mittelpunkt
Wie wichtig sind die Bedürfnisse von Mitarbeitern? Und warum man sie als Arbeitgeber Ernst nehmen sollte, darüber finden Sie hier profunde Informationen.
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Kontinuierlicher Verbesserungs- Prozess – Nur ein Schlagwort?
Bei der Möbelfirma Flötotto in der Nähe von Gütersloh sicherlich nicht.
Mit 150 Mitarbeitern stellt Flötotto Möbelsysteme her, die durch eine extreme Variationsfähigkeit zugleich Individualmöbel sind. Doch der Firma ging es nicht immer so gut wie heute.
Ende der 80er Jahre machte ihr ein ökonomischer Engpass zu schaffen, die Kundenzufriedenheit ließ zu wünschen übrig. Vor diesem Hintergrund beschloss Reinhard Flötotto, sein Unternehmen neu zu strukturieren. 1993 war die "Stunde 0", in der alles neu begann.
Grundlage der Umstrukturierung bildete die japanische Kaizen-Philosophie. Kaizen bedeutet ständige Verbesserung. Flötotto hat dieses Konzept durch individuelle Bausteine ergänzt, die zum KVP, dem Kontinuierlichen Verbesserungs-Prozess, geführt haben. Oberstes Ziel ist die Optimierung der Kundenzufriedenheit - und damit der Kundenbindung - durch eine permanente Optimierung von Qualität, Service und Preis.
Prozessorientiertes Denken
Grundvoraussetzung für die erfolgreiche neue Strategie war bei Flötotto ein komplettes Umdenken sowohl der Mitarbeiter als auch der Führungsebene. Aus einer vertikalen Hierarchie wurden 21 eigenverantwortliche "Minifirmen", die von fünf Prozessmanagern begleitet und beraten werden. Ziel und Aufgabe jeder Minifirma ist es, in ihrem Prozessbereich ständig nach Verbesserungsmöglichkeiten zu suchen. Hintergrund ist der Gedanke, dass derjenige, der mit dem jeweiligen Prozessschritt befasst ist, auch am beste n die Optimierungspotentiale finden und umsetzen kann.
Das Besondere bei Flötotto ist, dass jeder Mitarbeiter angehalten ist, die Verbesserungen sofort selbständig umzusetzen, also gewissermaßen wie ein Unternehmer zu agieren. Und die Methode zeitigt Erfolg: "Das Erstaunlichste ist, dass die Mitarbeiter bei Verbesserungsvorschlägen heute nicht mehr, wie früher, als erstes nach der Prämie fragen. Diese scheint im Vergleich zu der Umsetzung des Vorschlags beinahe sekundär zu sein", freut sich Geschäftsführer Reinhard Flötotto. Die Verlagerung der Verantwortlichkeiten in den Prozess und die permanente Realisierung von Verbesserungen hatte für Flötotto auch einen handfesten ökonomischen Nutzen: Der Verwaltungsapparat konnte verschlankt werden, die Prozessvorbereitung und der interne Wartungs- und Reparaturdienst sogar eingespart.
Erfolge werden belohnt
Die Kreativität der Mitarbeiter ist bei Flötotto ständig gefordert. Doch Erfolge werden auch belohnt: Die Akkordarbeit wurde abgeschafft, jetzt wird der Tariflohn bezahlt. Zusätzlich kann jeder Mitarbeiter mit Prämien belohnt werden, die bis zu 30 Prozent betragen - dies gilt für den Prozessmanager ebenso wie für den Schreiner. Die Arbeitszeiten sind flexibel und richten sich nach dem Arbeitsanfall. Und last but not least betrachtet die Geschäftsleitung ihr Unternehmen als Familie: "Diese Familienethik hat sich ganz einfach aus der Geschichte ergeben. Mein Vater war der Gründer von Flötotto, meine Mutter hat auch hier gearbeitet und war zugleich Leiterin der Caritas. Die soziale Komponente war von daher schon immer ganz eng mit unserem Unternehmen verbunden. Also, wenn ich mir vorstelle, ich dürfte hier nicht mehr hingehen, das wäre ganz schrecklich. Und ich hoffe, dass es den meisten meiner Mitarbeiter auch so geht."
Bild: Reinhard Flötotto, Geschäftsführer des Familienunternehmens
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