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Das Leistungsprinzip
Ein Chef trägt die Verantwortung für den Erfolg seines Unternehmens, doch erwirtschaftet werden die Gewinne von allen Mitarbeitern. Chefsache ist es, Mitarbeiter zu führen und zu motivieren – und das ist eine Kunst.
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Von hohem Engagement und weichen Faktoren
Behindert oder nichtbehindert? Wenn es um die Einstellung von Mitarbeitern geht, sind Unternehmer oft unsicher. Vorurteile gibt es viele - schuld ist meist Unkenntnis: über die Form der Behinderung sowie die Chancen und Vorteile einer Beschäftigung von Menschen mit einer gesundheitlichen Beeinträchtigung. Personal & Perspektiven sprach darüber mit Raimund Becker, Vorstandsmitglied der Bundesagentur für Arbeit (BA).
P&P: Verhalten sich Betriebe nach der Krise zurückhaltender bei der Beschäftigung behinderter und schwerbehinderter Menschen?
Becker: Schwerbehinderte Menschen stehen im betrieblichen Alltag ihren Mann bzw. ihre Frau. Nicht immer ist die gesundheitliche Einschränkung dabei erkennbar, z. B. bei Diabetes, einer früheren Krebserkrankung oder starkem Bluthochdruck - es gibt viele Krankheiten, welche die Arbeit kaum beeinträchtigen, aber als Schwerbehinderung gelten. Wie alle Beschäftigten treffen Menschen mit Behinderungen die Schwankungen am Arbeitsmarkt: Manche waren in der Krise von Kurzarbeit betroffen, manche nutzten die Chance, sich zu qualifizieren und manche verloren auch ihren Arbeitsplatz. Glücklicherweise ist der Anstieg der Arbeitslosigkeit von Schwerbehinderten hinter dem allgemeinen Trend geblieben. Das liegt vor allem daran, dass schwerbehinderte Menschen häufiger im Dienstleistungsbereich beschäftigt sind, der von der Krise nicht so stark betroffen war. Unternehmen waren in der Krise zudem sehr bemüht, gut qualifizierte Mitarbeiter zu halten, eine Entwicklung, die auch behinderten Menschen zugute kommt.
Sind Betriebe, die Menschen mit Behinderung einstellen, sozial engagiert? Die Gründe für Unternehmen, Menschen mit Behinderung zu beschäftigen, sind so vielfältig wie die Kompetenzen der Menschen selbst. Es ist zu kurz gedacht, nur soziales Engagement hinter der Beschäftigung behinderter Menschen zu vermuten. Gute Qualifikationen, enorme Erfahrung bei Älteren, aber auch überdurchschnittliches Engagement für das Unternehmen und Zuverlässigkeit von Menschen mit Behinderung machen sie für viele Betriebe zu wertvollen Mitarbeitern.
Welche Rolle spielt das "Anderssein" von Menschen mit Behinderungen für Betriebe? In den letzten Jahren entwickelte sich "Diversity Management" immer mehr zu einem Konzept der Unternehmensführung. Es zielt darauf ab, Vielfalt in die Mitarbeiterschaft zu bringen. Menschen mit Behinderung bringen oft besondere Fähigkeiten mit, die das betriebliche Leben bereichern. Viele behinderte Menschen schaffen es, in den Unternehmen als ausgleichender oder ruhender Pol zu wirken und strahlen eine starke Zufriedenheit aus. Neben diesen "weichen Faktoren" gelten die bereits erwähnten besonderen Eigenschaften.
Wie wird die Integration behinderter Menschen in den Arbeitsmarkt durch die BA unterstützt? Wir unterstützen jährlich mit ca. 2,6 Mrd. Euro die Integration von behinderten Menschen in den Arbeitsmarkt. Die Bandbreite der Unterstützungsleistungen in Betrieben reicht von einem Ausbildungszuschuss für behinderte Auszubildende, über Probebeschäftigung und Eingliederungszuschüsse bis zu Arbeitsplatzausstattungen. Neben den finanziellen Leistungen bieten wir den Betrieben auch qualifizierte Beratung und Unterstützung bei der Suche von geeigneten Mitarbeitern an.
Der Fachkräftebedarf ist in vielen Branchen ungebrochen: Welche Qualifizierungen stehen Menschen mit Behinderung offen? Auch hier gibt es ein breitgefächertes Angebot: beginnend mit der arbeitsplatzbezogenen Qualifizierung von (schwerst-)behinderten Menschen in Form der Unterstützten Beschäftigung, einer mit Hilfen begleiteten betrieblichen Qualifizierung, Weiterbildungen bei Bildungsträgern wie den Berufsförderungswerken in Kombination mit Praktika bis zur Ausbildung in Einrichtungen. Die Förderung einer Weiterbildung während einer Beschäftigung, z. B. während Kurzarbeit, ist für schwerbehinderte Menschen ebenfalls möglich. Alle Varianten haben das Ziel, behinderten Menschen eine Beschäftigung in Unternehmen zu ermöglichen bzw. zu sichern.
Längere Lebensarbeitszeiten erfordern Maßnahmen zum Erhalt der Leistungsfähigkeit. Welche Aufgaben müssen Betriebe und Mitarbeiter hier übernehmen? Mit der Lissabonstrategie haben sich die EU-Staaten verpflichtet, lebenslanges Lernen zu fördern und damit auch einen längeren Verbleib der Beschäftigten im Berufsleben zu ermöglichen. Unternehmen und Mitarbeiterschaft müssen verstärkt notwendige Freiräume einräumen und nutzen, um den veränderten Anforderungen des Berufslebens auf Dauer gerecht zu werden. Im Hinblick auf gesundheitliche Belastungen sind langfristige Vorkehrungen zu treffen, um die Auswirkungen, z. B. über Hilfsmittel, abzuschwächen oder durch Aufgabenänderungen zu vermeiden. Unter dem Stichwort Prävention oder betriebliches Eingliederungsmanagement sind hier wichtige Weichenstellungen erfolgt, eine konsequente Umsetzung sehe ich hier aber bisher weder bei Arbeitgebern noch bei Arbeitnehmern.
In einer alternden Gesellschaft kann Behinderung schnell jeden treffen. Welche Rolle spielt hier berufliche Rehabilitation? Die demografische Entwicklung macht es notwendig, dass Arbeitnehmer länger als bisher aktiv im Berufsleben stehen. Über präventive Maßnahmen sollte im Idealfall ein akuter Rehabilitationsbedarf vermieden werden. Individuell und flexibel gestaltete Rehabilitation sichert den Unternehmen qualifiziertes Personal und Arbeitnehmern eine gute Beschäftigungschance.
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