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Das Leistungsprinzip
Ein Chef trägt die Verantwortung für den Erfolg seines Unternehmens, doch erwirtschaftet werden die Gewinne von allen Mitarbeitern. Chefsache ist es, Mitarbeiter zu führen und zu motivieren – und das ist eine Kunst.
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Verantwortung für sich und andere übernehmen
Ganzheitliches unternehmerisches und soziales Denken - und das mit wirtschaftlichem Erfolg: Seit Eröffnung der ersten Filiale setzt dmdrogerie markt auf das Konzept, den Menschen - egal ob Kunde, Partner oder Mitarbeiter - in den Mittelpunkt zu stellen. Was ein wenig wie illusorische Sozialromantik anmutet, hat die Karlsruher Drogeriemarktkette zum unangefochtenen Spitzenreiter der Branche werden lassen.
Geprägt hat das Unternehmen dm-Gründer Götz Werner: Der bekennende Anthroposoph lässt sich von den Lehren Rudolf Steiners leiten: "Die Aufgabe des Unternehmers besteht vor allem darin, in seinen Mitarbeitern den selbstbestimmten Menschen anzusprechen", sagt der siebenfache Vater. "Jeder Mensch will gern Verantwortung für sich und andere übernehmen. Man muss es ihm nur zutrauen und ihn seine Fähigkeiten entwickeln lassen." In dm-Märkten sind Mitarbeiter weitgehend selbstständig in ihren Entscheidungen, teilweise bis hin zur Preisgestaltung und zum Umfang des Sortiments. Die Dienst- und Urlaubspläne machen sie selbst. Und wer neu eingestellt wird, entscheiden die Kollegen mit.
Kein kostspieliger Luxus Eine Besonderheit stellt auch das Ausbildungskonzept dar, das bereits mehrere Auszeichnungen erhielt: Alle Auszubildende, von Werner gern Lernlinge genannt, werden jährlich zu Theater-Workshops geschickt. Das soll ihnen Selbstvertrauen geben und damit einen kundenfreundlichen Auftritt ermöglichen. Kostspieliger Luxus? Nein. Für Götz Werner, der mittlerweile in den Aufsichtsrat des Unternehmens gewechselt hat, ist das ein mitmenschlicher Teil einer Gewinnstrategie. Verständnis und Wertschätzung, auf diesen Grundwerten beruht Götz Werners außergewöhnliche Art der Unternehmensführung - "Kapitalismus aus der Waldorfschule", spotten viele. Doch angesichts von rund 2.115 Filialen, mehr als 31.400 zufriedenen Mitarbeitern und zweistelligen Wachstumszahlen kratzt das den dm-Gründer wenig. Und gleichzeitig hat sein Milliardenunternehmen bei Gewerkschaften einen ausgezeichneten Ruf.
Soziales Bewusstsein der Verbraucher gestiegen Ganz anders als manch anderer Discounter der Branche: Lohndumping, Bespitzelungsvorwürfe und schlechte Personalpolitik haben einige Drogerieketten ins Kreuzfeuer der öffentlichen Kritik katapultiert. Laut einer aktuellen Umfrage des Marktforschungsinstituts Grass Roots Germany schätzen 65 % der Befragten beispielsweise Schlecker als schlechten oder sogar sehr schlechten Arbeitgeber ein. Ein Imageverlust mit Folgen: Im vergangenen Geschäftsjahr soll der Discounter in Deutschland Millionen Euro Verluste gemacht haben. Eine deutliche Abstrafung durch die Verbraucher, denn die schauen durchaus auch auf die Arbeitsbedingungen hinter den günstigen Preisen. Und so wundert es nicht, dass Götz Werner mit seiner betont antiautoritären Unternehmensführung und der geschickten Mischung aus niedrigen Preisen, gutem Service und einem angenehmen Ambiente Erfolg hat und bei den Kunden ankommt: Laut einer aktuellen Analyse der Gesellschaft für Konsumforschung liegt dm bei der Käuferreichweite auf dem ersten Platz. Und belegt damit, dass sich soziales Unternehmertum handfest auszahlt.
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