|
|
Gesundheit
Mehr Leistungsfähigkeit und höhere Produktivität – gesunde Mitarbeiter sorgen für „gesunde“ Unternehmen. Was Arbeitgeber zur Gesundheitsförderung ihrer Beschäftigung tun können, erfahren Sie hier.
|
Positive Einstellung zum Altern
Die Analysen der Demografie zeigen: Die Bevölkerungsentwicklung wird einschneidende Auswirkungen auf die Arbeitswelt haben. Aktuell kommen knapp vier Erwerbsfähige auf einen über 65-Jährigen, in wenigen Jahrzehnten sind es nur noch zwei. Die Menschen in Europa werden älter und bekommen weniger Kinder. Dass Arbeitnehmer mit 60 Jahren oder weniger in den Ruhestand treten, wird sich in naher Zukunft kein Unternehmen mehr leisten können. Ein Wandel der Arbeitswelt hin zu flexibleren Strukturen ist dringend notwendig. Der Blick nach Finnland zeigt Lösungswege.
Finnland ist einer der Vorreiter im Um gang mit einer alternden Gesellschaft. Früh damit konfrontiert, fragte man sich, wie sich die Potenziale der Menschen für ein längeres Berufsleben erhalten und verbessern lassen. Das Programm "Älter werdende Arbeitnehmer" hat bereits einiges bewirkt. Inzwischen liegt dort der Anstieg der Erwerbsquote Älterer mit 55 Prozent gut zehn Prozent über dem europäischen Durchschnitt. Diese Entwicklung vollzog sich nicht kurzfristig, doch der Ansatz, im demografischen Wandel etwas Positives zu sehen und danach zu handeln, hat das Vorhaben einer alternsgerechten Umstrukturierung vorangebracht.
Effizient: betriebliches Altersmanagement
Um Mitarbeiter länger im Betrieb halten zu können, muss die Arbeitsfähigkeit erhalten und verbessert werden. Die Basis sind gesunde, kompetente und motivierte Mitarbeiter, gekoppelt mit Veränderungen in der Arbeitsorganisation und im Führungsstil. Dabei kommt es vor allem auf die Führungskräfte an, aber natürlich auch auf die Abteilungs- und Team-Ebene eines Unternehmens. Eine positive Einstellung zum Altern kann eine neue Führungskultur bewirken, kombiniert mit spezifischen Gesundheitsmaßnahmen und flexiblen Arbeitszeiten wird sie effizient. Auf Dauer werden nur diejenigen Betriebe, die in die Arbeitsfähigkeit aller, auch älterer Mitarbeiter investieren, und ein systematisches Altersmanagement betreiben, Aussicht auf Erfolg haben. Das finnische Konzept zeigt, dass sich damit die Abwesenheit oder Arbeitsunfähigkeit von Mitarbeitern um 50 Prozent reduzieren und die Produktivität um 50 Prozent erhöhen lassen. Beim finnischen Papiererzeuger UPMKymmene zum Beispiel amortisierten sich nach nur zwei Jahren die Ausgaben für eine umfassende Erneuerung der Personalstrategie. Dies beinhaltete unter anderem breitere Qualifizierungsmaßnahmen auch in den Bereichen der körperlichen und geistigen Gesundheit, das Verringern von Frühpensionierungen. Die Instrumente dazu: Teamwork, Trainings und Teilzeit. Das Ergebnis: Das Pensionsaustrittsalter stieg innerhalb von nur zwei Jahren von 58 auf 59,5 Jahre. Ein Beispiel von vielen, das zeigt, dass in Finnland die gesellschaftliche Akzeptanz bereits erreicht ist; die meisten Finnen schauen mit positiver Einstellung auf das Alter und das Altern.
| |  |