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Gesundheit
 
Mehr Leistungsfähigkeit und höhere Produktivität – gesunde Mitarbeiter sorgen für „gesunde“ Unternehmen. Was Arbeitgeber zur Gesundheitsförderung ihrer Beschäftigung tun können, erfahren Sie hier.


Mobbing kommt von Mob  

Es fing harmlos an, als Sabine K. nach acht Jahren als kaufmännische Angestellte durch Umstrukturierungsmaßnamen in ihrem Unternehmen einen neuen Vorgesetzten bekam. Zuerst wurde ihre Arbeit immer häufiger kritisiert, dann bekam sie nur noch sinnlose Aufgaben zu tun. Von wichtigen Terminen wurde sie immer häufiger ausgeschlossen. Nach einiger Zeit wandten sich auch einige ihrer Kollegen von ihr ab. Schließlich ging das Gerücht herum, sie sei alkoholabhängig. Sabine K. reagierte zunächst mit Verwunderung, dann mit Abwehr und schließlich mit Angstzuständen und Kopfschmerzen.


So wie Sabine K. geht es derzeit 3,8 Millionen Arbeitnehmern in Deutschland, laut einer Umfrage des Markt- und Sozialforschungsinstituts IFAK 2008. Jeder achte Beschäftigte wurde der Befragung zufolge in seinem derzeitigen Job schon einmal gemobbt, berichtete das Institut. Das Ziel von Mobbingaktionen ist immer das gleiche: Kollegen oder Mitarbeiter systematisch und zielgerichtet ausgrenzen und aus dem Betrieb herausekeln. Mobbing ist ein langer und zermürbender Nervenkrieg, der die Opfer in Krankheit, manchmal sogar in den Selbstmord treibt. Die Folgen sind gravierend. Für die Opfer sind sie ein "Karrierekiller", viele leiden unter Nervosität, Schlaf- und Konzentrationsstörungen, Depressionen, Identitäts- und Selbstwertkrisen, Erschöpfungs- und Versagenszuständen bis hin zu Selbstmordgedanken. Mobbing verursacht aber auch für den Arbeitgeber enorme Kosten. Fehlzeiten, Leistungsminderung und hohe Mitarbeiterfluktuation sind Folgen zermürbender Mobbing-Handlungen. Und auch die Volkswirtschaft leidet schwer: Experten schätzen, dass die Kosten für die Folgen von Mobbing bei 40 bis 100 Milliarden Euro liegen. Vielleicht auch aus diesem Grund muss seit kurzem auch der Arbeitgeber zahlen, wenn Führungskräfte ihre Mitarbeiter nicht aktiv vor rechtswidrigen Übergriffen schützen. Er ist gesetzlich dazu verpflichtet, alles zu tun, um seine Mitarbeiter vor Schäden jeder Art, auch vor den Folgen von Mobbing, zu schützen. Schon der Verdacht auf Mobbing kann bei einer Kündigungsschutzklage teuer für das Unternehmen werden - vom Recht auf Wiedereinstellung über eine hohe Abfindung bis hin zur Zahlung von Schmerzensgeld. Arbeitgeber haben viele Möglichkeiten, eventuellem Mobbing im Betrieb von vornherein entgegenzutreten. Zum Beispiel durch eine Betriebsvereinbarung. Die Volkswagen AG hat dies bereits 1996 durch ihre Betriebsvereinbarung "Partnerschaftliches Verhalten am Arbeitsplatz" vorgemacht. Viele andere Unternehmen sind gefolgt. In einer solchen Betriebsvereinbarung klären Arbeitgeber und Arbeitnehmer gemeinsam, was sie unter Mobbing verstehen, welche Handlungen im Betrieb erwünscht sind und welche als unerwünscht gelten, welche Maßnahmen das Betriebsklima verbessern können und welche Hilfsangebote es im Betrieb für Mobbingopfer geben soll. Begleitet durch Unterstützungsmaßnahmen, wie Beratung, Fortbildung, Hilfen und Sanktionen, können Arbeitgeber erfolgversprechend dazu beitragen, dass Mobbing und Diskriminierung am Arbeitsplatz ernst genommen und von allem Mitarbeitern als nicht tolerierbare Handlungen betrachtet werden.
Mobbing verhindern
Entscheidend ist die interne Kommunikation: Je mehr ein Unternehmen seine Mitarbeiter darüber informiert, was im Betrieb vor sich geht, desto eher schwinden die Ängste und das Gefühl des Ausgeliefertseins.
Ebenso wichtig ist, im Unternehmen eine realistische "Konfliktkultur" zu etablieren. Nach dem Motto: Konflikte sind normal, es gibt sie überall, wo Menschen zusammen arbeiten. Wir wollen aber daran gehen, diese Konflikte mit allen Beteiligten konstruktiv zu lösen.
Schließlich sollten Führungskräfte und Mitarbeiter in Kommunikation und Konfliktlösung geschult werden.


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