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Ausbildung
 
Was macht eine Ausbildung erfolgreich – und warum rechnet sie sich für Betriebe meistens doch, fundierte Antworten darauf bieten Artikel in diesem Themenbereich.


Eine Frage des Feingefühls  

Köche und Bäcker tragen weiß, Förster grün und Banker sind immer chic gekleidet - Kleiderordnungen oder so genannte Dresscodes gibt es in unzähligen Branchen. Doch auch über die Berufsbekleidung hinaus sind ein gepflegtes Äußeres und angemessene Umgangsformen als Teil der sozialen Kompetenzen oder Soft Skills für viele Berufe zu Karrierekriterien geworden.


In vielen Ausbildungsbetrieben sind neben guten Noten und viel Eigeninitiative vor allem Freundlichkeit, Höflichkeit und die Persönlichkeit des Auszubildenden besonders wichtig geworden. Zu eng sitzende Kleider, bauchfreie Shirts, sichtbare Piercings, ungepflegte Haare - vermeintlich nebensächliche Äußerlichkeiten, die in der Realität das persönliche Weiterkommen be- und sogar verhindern. Gerade in der Berufsausbildung wird die Vermittlung von allgemeinen Werten zunehmend ein Thema und auf die Ausbilder in den Betrieben kommt eine neue Rollenanforderung zu. In der Vergangenheit konnte ein Ausbilder als erfahrener und ausgewiesener Berufsexperte voraussetzen, dass seine Autorität anerkannt wurde. Die Werteerziehung fand im Elternhaus statt und der Ausbilder konnte sich auf die Vermittlung berufsrelevanter Fähigkeiten und Kompetenzen konzentrieren. Heute machen viele Ausbilder die Erfahrung, dass sie Grundhaltungen und Regeln, die für eine Zusammenarbeit notwendig sind, erst vermitteln müssen. Neben mangelnden Kenntnissen in Rechtschreibung und den Grundrechenarten stellen sie zunehmend auch Defizite bei Sekundärtugenden, wie Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit, aber auch eine Vernachlässigung des äußeren Erscheinungsbildes fest. Die Einführung eines Dresscodes könnte gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen: Denn wer sich der Regeln sicher ist, strahlt automatisch mehr Sicherheit aus, wird durch angemessene Kleidung von seiner eigenen Unsicherheit abgelenkt und kann sich auf die eigentliche Arbeit konzentrieren. Manche Trainer und Coaches behaupten sogar, dass für den beruflichen Erfolg nur 50 Prozent Fachkompetenz verantwortlich sind und 50 Prozent Äußerlichkeiten. Nur wer kompetent und sympathisch zugleich wirkt, kommt beruflich weiter - und bei den Kunden an. Denn es ist immer der erste Eindruck, der zählt, für einen zweiten gibt es selten eine Chance. Wenn ein Bewerber moderne Umgangsformen, Kleidung und Auftreten nicht beherrscht, wird ihm sofort auch seine soziale Kompetenz aberkannt. Die Einführung eines Dresscodes kann Ausbilder dabei unterstützen, ihrem gesetzlichen Bildungs- und Erziehungsauftrag der Beruflichen Bildung erfolgversprechend nachzukommen.


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