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Ausbildung
Was macht eine Ausbildung erfolgreich – und warum rechnet sie sich für Betriebe meistens doch, fundierte Antworten darauf bieten Artikel in diesem Themenbereich.
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Gut Ding will Weile haben
2009 wird der Ausbildungsberuf „Musikfachhändlerin/Musikfachhändler" eingeführt. Höchste Zeit, sagen Experten, denn den Vorläuferberuf „Musikalienhändler/-in" gibt es seit über 50 Jahren. In dieser Zeit haben sich die Ausbildungsinhalte kaum verändert, obwohl sich die Branche rasant entwickelt hat. Schon lange entsprechen sie nicht mehr den Qualifikationsanforderungen der Unternehmen in der Musikwirtschaft. Nicht anders in anderen Bereichen: So gibt es seit 2008 Demenzbetreuer oder auch Game-Designer.
Wie aber entstehen neue Ausbildungsberufe? Nach dem Berufsbildungsgesetz werden sie von Arbeitgebern und Gewerkschaften bei der Bundesregierung beantragt. Daraufhin beauftragt die Bundesregierung das Bundesinstitut für Berufsbildung, gemeinsam mit Sachverständigen aus der Praxis ein neues Berufsbild zu erarbeiten. So sind im letzten Jahr sieben neue Berufe in die duale Ausbildung aufgenommen worden, wie zum Beispiel der Personaldienstleistungskaufmann oder der Speiseeishersteller und drei wurden modernisiert, wie eben der Musikfachhändler. Die Entwicklung von Berufsbildern außerhalb der Ausbildungsordnung ist weitaus schneller, manchmal so schnell, dass nicht einmal Personalentscheider mithalten können. Sie müssen zum Beispiel wissen, ob sie einen Hello-Goodbye Manager benötigen oder eine Infografikerin. In der Multimediabranche zum Beispiel gibt es mittlerweile 174 Berufsbeschreibungen mit schwergewichtigen Namen, vom Screendesigner über den 3D-Operator bis zum Location-Scout. Nur zwölf davon wurden seit Mitte der neunziger Jahre anerkannt, darunter der Mediengestalter für Digital- und Printmedien, der den vorherigen Druck- und Werbevorlagenhersteller ersetzt. Der Grund für diesen Berufsdschungel: In der Regel werden die Veränderungen in den Qualifikationsanforderungen an die Beschäftigten zunächst durch Weiterbildung gedeckt. Erst wenn sich diese Veränderungen in den Unternehmen durchgesetzt haben, werden die inhaltlichen Vorschriften für Aus- bildungs- und Studiengänge den Veränderungen angepasst. Die meisten Jobs werden mit der Zeit wieder aus den Stellenanzeigen verschwinden und nur wenige werden sich zu Berufen mit festen Ausbildungsregeln und klarem Tätigkeitsprofil entwickeln. Berufe sind damit ein klarer Spiegel ihrer Zeit. Das zeigt sich auch am "Patientencoach" - der Begriff, der erst vor wenigen Jahren geschaffen wurde, ist auf dem besten Weg, es als Beruf in die Ausbildungsordnung zu schaffen. Beschrieben wird damit eine ausgebildete Krankenschwester oder ein Krankenpfleger mit einer zusätzlichen Coach-Qualifikation, die oder der zwischen Arzt und Patient vermittelt. Ein solcher Coach soll Patienten helfen, bei chronischen Krankheiten neue Lebenspläne zu entwickeln, eine digitale Gesundheitsakte zu führen oder in der überbordenden Fülle von Gesundheits- oder Krankheitsinformationen im Internet die Webseiten zu finden, die verlässliche Informationen bieten. Angesichts immer unübersichtlicher werdender Strukturen im Gesundheitswesen ganz sicher ein Beruf mit Zukunftsperspektiven.
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