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Erfolgsfaktoren – Absatz und Vertrieb
Ob Nische, Diversifikation oder Preisführerschaft - es gibt viele Strategien, die zum Erfolg führen können. Die Kunst ist es jedoch, die Richtige für das eigene Unternehmen zu finden.
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Das Geheimnis des Direktvertriebes
Die Frage, ob es einen Haushalt in Deutschland gibt, der nicht über mindestens eine Tupperdose verfügt, kann niemand mit Bestimmtheit beantworten. Sicher ist jedoch, dass der Name Tupper in den allgemeinen Sprachgebrauch eingegangen ist - wer sagt schon „Frischhaltedose" zur Aufbewahrungsbox? Deutlicher kann sich der Erfolg eines Produkts nicht zeigen. Wer diese Haushaltsprodukte kaufen möchte, erwirbt sie im Wohnzimmer daheim oder bei Freunden. Offenkundig handelt es sich dabei um das Geheimnis des Erfolges.
Es war übrigens ein Mann, der 1946 die "Wunderschüssel" erfand - und den speziellen Tupper-Direktvertrieb: Earl S. Tupper fand, dass der Einzelhandel die Vorteile seiner Schüsseln nicht richtig vermitteln konnte und schickte seine Mitarbeiterin Brownie Wise direkt in die Häuser ihrer Kundinnen, um dort die Dosen zu verkaufen. Damit war sie die erste von heute weltweit 1,8 Millionen Frauen, die Tupperware von Frau zu Frau verkaufte. Mit Begeisterung für das Produkt und viel Detailwissen aus dem (Hausfrauen-)Alltag ihrer Kundinnen veranstalten sie unterhaltsame kleine Verkaufspartys, die dem Konzern einen Umsatz in Milliardenhöhe bescheren. Allein in Deutschland sind es jährlich über 14 Millionen Frauen - und eine Handvoll Männer - die die legendären Tupperpartys besuchen. Das gleiche Prinzip funktioniert auch bei Avon Cosmetics: Hier erzielten weltweit 3,5 Millionen Beraterinnen über Wohnzimmergeschäfte einen jährlichen Umsatz von über zweieinhalb Milliarden Dollar. Der Direktvertrieb für Schönheitsutensilien ist sogar noch älter als der von Plastikdosen: Eigentlich waren die Duftproben, die Buchvertreter David McConnell seinen Kundinnen schenkte, nur als Zugabe beim Kauf seiner Bücher gedacht. Als er merkte, dass die Frauen diese Duftproben den Büchern vorzogen, gründete er 1886 die California Perfume Company. Erste Beraterin war seine Mitarbeiterin Mrs. Albee - sie verkaufte nicht nur erfolgreich, sondern brachte auch einige Kundinnen dazu, ebenfalls als Beraterin ihren Freundinnen die Kosmetikprodukte nahezubringen. Ein Personalrekrutierungsprinzip, das auch heute noch funktioniert und nicht unerheblich zum Erfolg beiträgt, denn von der guten Bekannten oder Freundin als Verkäuferin kauft frau meist mehr als sie braucht. Dass Verkaufsveranstaltungen in heimeliger Wohnzimmeratmosphäre für Unternehmen in mehrfacher Hinsicht lukrativ sind, bestätigt Daniel Marschke, Sprecher des Bundesverbands Direktvertrieb: "Zum einen können dadurch die hohen Fixkosten für Werbung und Personal gespart werden, zum anderen regt die vertraute und lockere Atmosphäre zum Kauf an." Und für die Verkäuferin oder Beraterin gilt: Sie lernt eine Menge Leute und ihren Einrichtungsstil kennen, verdient sich bei freier Zeiteinteilung etwas dazu - und wenn die Stimmung gut ist, läuft der Verkauf zwischen einem Gläschen Sekt und Erdbeer-Sahnetorte von ganz allein.
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