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Neue Berufsfelder-Zukunftssparten
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Erfolgreich scheidende Mitarbeiter nachbesetzen
Die Zahl derer, die in den nächsten 15 Jahren in den Ruhestand gehen wird, ist beachtlich: 20 Millionen Beschäftigte der Jahrgänge 1943 bis 1959 scheiden aus deutschen Unternehmen aus. Horst Ebel* ist einer davon. Während sich der 61-Jährige auf seinen wohlverdienten Ruhestand freut, hat der kommende Kompetenzverlust seinem Arbeitgeber lange zu schaffen gemacht - zeichnete sich doch ab, dass die Nachfolgebesetzung aufgrund des Fachkräftemangels nicht leicht werden würde.
Seit fast vier Jahrzehnten arbeitet Horst Ebel schon bei der Dortmunder Maschinenfabrik Völkmann GmbH. Er hat den Strukturwandel im Ruhrgebiet hautnah miterlebt, als das über 70 Jahre alte Unternehmen sein Produkt- und Dienstleistungsangebot von Einzelkomponenten bis zu kompletten Bauteilen aus der Not heraus erweiterte, weil die Aufträge aus dem Bergbau weniger wurden. Die Neupositionierung ist der Maschinenfabrik gelungen - heute gehört sie mit rund 100 Mitarbeitern zu den größten Arbeitgebern der Branche. Entwickelt und gefertigt wird hier nach Kundenwunsch - effizient und erfolgreich. Auch Horst Ebel leistet dazu seinen Beitrag: Als CNC-Konstrukteur ist er nicht nur ein absoluter Fachmann, sondern verfügt zudem über ein immenses firmeninternes Know-how, das für den reibungslosen Ablauf im Betrieb eine große Rolle spielt. Für Un- ternehmenschefin Wenke Völkmann- Gröne war daher klar: "Mit Horst Ebel wird wertvolles Erfahrungswissen das Unternehmen verlassen." Und noch etwas war der 40-jährigen Unternehmerin bewusst: Der Markt an CNC-Fräsern ist so gut wie leer. 3.551 offenen Stellen für CNC-Fräser standen zuletzt bundesweit 269 Gesuche gegenüber, so die nackten Fakten des Instituts für Arbeitsmarkt und Berufsbildung. Doch Wenke Völkmann-Gröne, die die Maschinenfabrik Völkmann in dritter Generation führt, ist eine Unternehmerin mit Weitblick - und mit Kreativität. "Für Betriebe kommt es darauf an, so wirtschaftlich und effektiv wie möglich Personalentwicklung und arbeitsplatzgenaue Qualifizierungen durchzuführen", erklärt sie. Damit Betriebe diese beiden Fliegen mit einer Klappe schlagen können, brauchen sie einen Partner. Die Dortmunderin schaute sich um und wurde im benachbarten Berufsförderungswerk fündig: Es verfügt über das notwendige Weiterbildungs-Know-how, um schnell und effektiv Qualifikationen so durchzuführen, wie es der Betrieb erfordert. Und das Berufsförderungswerk verfügt zudem über Fachkräfte. Zusammen mit dem BFW Dortmund entwickelte die Unternehmerin ein Modell, in dem der Nachfolger von Horst Ebel bereits feststeht: Der junge Mann absolviert im Berufsförderungs- werk derzeit eine berufliche Rehabilitation und wird dort zum CNC-Fräser ausgebildet. Damit er optimal für die Bedarfe der Maschinenfabrik Völkmann qualifiziert wird, findet ein Teil seiner Ausbildung vor Ort bei Völkmann statt: Zwei Tage lernt der junge Mann im BFW, an drei Tagen erhält er in der Maschinenfabrik die konkrete Praxis vermittelt und kann von Horst Ebel somit von der Pike auf eingearbeitet werden. Und in zwei Jahren, wenn Horst Ebel in Rente geht, hat sein Nachfolger die Ausbildung abgeschlossen und wird nahtlos auf dessen Platz wechseln können. "Dem Betrieb selbst entstehen bei der Qualifizierung keine Kosten", erklärt dazu Winfried Pfeiffer, Ausbildungsleiter im BFW Dortmund. Wirtschaftlicher und geplanter kann Personalentwicklung nicht erfolgen.
* Name von der Redaktion geändert.
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