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Faktor Mensch
 
Das wichtigste Unternehmenskapital sind qualifizierte und motivierte Mitarbeiter. Gerade in Zeiten verschärften Konkurrenzdrucks ist eine Belegschaft mit geringer Fluktuation besonders wichtig. Warum Mitarbeiter das eigentliche Kapital eines Betriebes sind und welche Investitionen in diese sich lohnen, lesen Sie hier.


„Bleib nicht zu lange fort“  

Wenn sich ein Mitarbeiter ein Bein bricht, ist dies in der Regel noch kein Anlass zur Sorge für ein Unternehmen, denn er kehrt ja nach einigen Wochen an seinen Arbeitsplatz zurück. Was aber, wenn der Bruch kompliziert und der Job mit viel Laufen verbunden ist? Die meisten Betriebe können es sich nicht leisten, dass ein Mitarbeiter für Monate ausfällt, vor allem wenn es sich um eine erfahrene Kraft handelt, alle Unternehmensabläufe genau kennt oder sogar intensiven Kontakt zu den Kunden hatte.


Solch ein Ausfall kann gerade kleine und mittelständische Unternehmen schwer treffen. Sie verlieren für längere Zeit Erfahrung und Kompetenz eines Mitarbeiters, haben zusätzliche Kosten durch Entgeltfortzahlung und die Überbrückung durch Überstunden oder Aushilfen und sie verlieren viel Zeit durch die Bewerbung und Einarbeitung neuer Kräfte. Nach Berechnungen des Bundesministeriums für Gesundheit und Soziale Sicherung belastet jeder Fehlzeitentag Unternehmen mit rund 400 Euro am Tag. Schon aus finanziellen Gründen sollten Arbeitgeber sich darum kümmern, dass langzeitkranke Mitarbeiter an ihren Arbeitsplatz zurückkehren können. Seit 2004 sind sie zudem gesetzlich dazu verpflichtet, ein Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM) durchzuführen. Sobald ein Mitarbeiter im Zeitraum eines Jahres insgesamt länger als sechs Wochen krank ist, muss sich das Unternehmen dieser Situation annehmen. Doch diese Verpflichtung ist auch eine Chance: BEM hilft Unternehmen, die Arbeits- und Beschäftigungsfähigkeit ihrer Belegschaften langfristig zu sichern und ihre Erfahrungen und ihr Know-how im Betrieb zu halten. Denn auf Dauer kommen Ausfallzeiten, Personalsuche und Stellenneubesetzungen viel teurer als die Kosten des Betrieblichen Eingliederungsmanagements.

6 Schritte des Betrieblichen Eingliederungsmanagements

Trotz dieser gesetzlichen Verpflichtung gibt es für das BEM kein Patentrezept. Denn die Maßnahmen in einem Großkonzern sind andere als die eines mittelständischen Unternehmens oder eines kleinen Handwerksbetriebs. Sechs Schritte sollten trotz aller Unterschiede eingehalten werden:

Erfassung der Arbeitsunfähigkeit (länger als 6 Wochen).
zum betroffenen Mitarbeiter herstellen, prüfen, ob BEM notwendig ist und die Zustimmung des Mitarbeiters einholen.
einem Erstgespräch wird der Sachstand geklärt und die Qualifikation und krankheitsbedingte Einschränkung erfasst. Hier sollte auch untersucht werden, ob es für die Krankheit mögliche betriebliche Ursachen gibt. In einem solchen Erstgespräch ist es besonders wichtig, die Wünsche und Befürchtungen des Betroffenen anzusprechen.
folgt die Suche nach möglichen Maßnahmen zur Wiedereingliederung. Bei Bedarf werden zu diesem Zeitpunkt externe Berater hinzugezogen. Gemeinsam erarbeitet man einen Lösungsvorschlag und plant das weitere Vorgehen.
Vorschlag wird mit dem Betroffenen gemeinsam besprochen. Sind sich alle Beteiligten einig, können die möglichen Fördermittel beantragt werden.
Anschluss an die Wiedereingliederung ist eine Überprüfung der Wirksamkeit dieser Maßnahme zwingend.


Mögliche Maßnahmen für
die Wiedereingliederung:

- Stufenweise Aufnahme der Arbeit
- Der Arbeitsplatz wird technisch umgerüstet
- Die Arbeitsorganisation wird verändert
- Der Mitarbeiter wechselt an einen anderen Arbeitsplatz
- Verkürzung der Arbeitszeit
- Qualifizierungsmaßnahmen
- Medizinische Rehabilitation
- Psychosoziale Betreuung






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