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Faktor Mensch
Das wichtigste Unternehmenskapital sind qualifizierte und motivierte Mitarbeiter. Gerade in Zeiten verschärften Konkurrenzdrucks ist eine Belegschaft mit geringer Fluktuation besonders wichtig. Warum Mitarbeiter das eigentliche Kapital eines Betriebes sind und welche Investitionen in diese sich lohnen, lesen Sie hier.
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Wenn der Wind der Veränderung weht
Eine rasante Erfolgsgeschichte liegt hinter Hendrik Becker und Jörg Meyer zu Strohe: Ende der 90er Jahre gründeten die beiden ihr eigenes Unternehmen, die PlanET Biogastechnik. Schnell entwickelte sich das Unternehmen mit Sitz im münsterländischen Vreden zu den führenden Anbietern der deutschen Biogasbranche. Was so gut begonnen hatte, begann sich 2006 zu verändern - und erforderte neue Strategien.
PlanET profitierte von der staatlichen Förderung durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz, mit dem der Einsatz von nachwachsenden Rohstoffen wie Mais in Biokraftwerken begünstigt wird. Seitdem aber weltweit die Maispreise gestiegen sind, lohnt sich für viele Landwirte die Anschaffung einer eigenen Biogasanlage nicht mehr. Mit fatalen Folgen: Waren 2006 noch mehrere hundert Biogasanlagen mit einer Gesamtleistung von 450 Megawatt neu ans Netz gegangen, so kamen 2007 lediglich 170 MW zusammen. Entsprechend sank der Branchenumsatz von einer Milliarde Euro auf 650 Mio. Euro. Eine Besserung ist nicht in Sicht: Damit sind bis zu 4.000 der heute 10.000 Arbeitsplätze in der Branche akut gefährdet. Bei PlanET, wo 150 Mitarbeiter auf der Lohnliste stehen, hat die Geschäftsführung rechtzeitig reagiert: Als eines der ersten Unternehmen haben die Westfalen das risikoreiche Auslandsgeschäft aufgebaut - mit zunehmendem Erfolg: "Damit haben wir nicht nur ein neues Geschäftsfeld geschaffen, sondern Beschäftigung für unsere Leute, die wir nicht verlieren wollen, weil wir viel in ihre Aus- und Weiterbildung investiert haben", sagt Geschäftsführer Becker, für den immer entscheidend war, "dass sich die Mitarbeiter bei all den Veränderungen mitgenommen gefühlt haben."
Weil Mitarbeiter "Gewohnheitstiere" sind
Und die Mitarbeiter sind im so genannten Change Management, wie Veränderungsprozesse in der Wirtschaft genannt werden, ein relevanter Faktor. Denn der Mensch als "Gewohnheitstier" steht in der Regel Veränderungen skeptisch gegenüber, Veränderungen sind mit Unsicherheit verbunden. Im modernen Projektmanagement berücksichtigt man diese Haltung: Die Mitarbeiter werden frühzeitig auf die anstehenden Veränderungen durch umfassende Information vorbereitet. Ein Veränderungsmanagement in diesem Sinn kann Informations- und Schulungsmaßnahmen beinhalten. Damit vermittelt man den betroffenen Mitarbeitern die nötige Sicherheit im Prozess. Je stärker die Sicherheit, umso größer die Bereitschaft zur Veränderung. Wird diese Bereitschaft nicht erzeugt, können Widerstände aus der Belegschaft Veränderungen zum Scheitern bringen. Was bei PlanET im Kleinen läuft, steht bei Konzernen wie Allianz, Adidas oder dem Chemie- und Pharmakonzern Bayer hoch im Kurs: Für das Change Management sind eigene Fortbildungsangebote entwickelt worden. "Etwa 50 % unserer heutigen Mitarbeiter sind weniger als sechs Jahre für Bayer tätig. Diese Zahl zeigt, wie groß die Veränderungen in unserem Unternehmen sind", beschreibt Jürgen Henrich, im Bayer-Personalbereich zuständig für strategische Fragen bei Change-Management- Prozessen, die Notwendigkeit dieser Angebote. Bislang sind diese Schulungen im konkreten Projektalltag erfolgt, künftig wird Bayer zudem neben theoretischem Basiswissen nützliches Praxiswissen in mehrtägigen Veränderungsmanagement- Schulungen vermitteln. Eine Erkenntnis steht dabei ganz oben: Nichts ist so beständig wie Veränderung.
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