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Wirtschaftsoptimismus
 
Starkem Euro und mehrwertasteuererhöhung zum Trotz: Der wirtschftliche Optimismus der deutschen Unternehmen ist kaum zu bremsen.


Prognosen ohne Garantie  

War Josef im Alten Testament der erste Konjunkturforscher? Er deutete den Traum des Pharao und erkannte Auf- und Abschwung der Wirtschaft: Auf sieben fette Jahre sollten sieben schlechte Jahre folgen. Ein typischer Konjunkturzyklus würde man heute sagen.


Soviel vorweg: Es gibt keine definitive Erklärung für das Auf und Ab einer Konjunktur. Die einen sagen, Konjunkturschwankungen folgen einer klaren Struktur und man könne sie planen, die anderen bestreiten diese voraussehbaren Zyklen. Die Anhänger der "planbaren Konjunktur" unterscheiden drei Arten von Wirtschaftsschwankungen: die saisonalen, diese sind einplanbar und abhängig von Wetterbedingungen (vorausgesetzt, unser Wetter ändert sich nicht dauerhaft die konjunkturellen, die entstehen, wenn die gesamtwirtschaftliche Nachfrage nicht mehr zum Angebot passt und schließlich die strukturellen Schwankungen, die immer dann auftreten, wenn es tiefgreifende Veränderungen in der Wirtschaft, beispielsweise einen folgenschweren technischen Fortschritt, gibt. Nach dieser Theorie lässt sich eine Konjunktur also prognostizieren. Jedoch nur, wenn alles bleibt, wie es ist. Falls nicht, müsse man alle Berechnungen durchhführen. Bei steigenden Ölpreisen etwa oder einer revolutionären Erfindung, bei einschneidenden Steuererhöhungen, einem Krieg oder einer Naturkatastrophe.

Thesen zur Konjunktur
Die Konjunktur ist ein weit- und doch unerforschtes Feld: Die Harvard Wirtschaftsprofessoren Alberto Alesina und Enrico Spolaore zum Beispiel entwickelten die These, dass der Reichtum oder die Armut von Staaten von ihrer Größe abhängt. Ihr Beweis: Acht der zehn reichsten Staaten der Welt - gemessen am Bruttoinlandsprodukt - haben weniger als fünf Millionen Einwohner. Es existiert sogar ein "Big Mäc-Index", entwickelt vom seriösen britischen Wirtschaftsmagazin "Economist". Dieser Index vergleicht die Preise für McDonalds Big Mäcs weltweit miteinander. Der Grund dafür: Das Unternehmen ist in 118 Staaten vertreten und benutzt überall fast die gleichen Zutaten. Auch wenn dieser Index den wissenschaftlichen Anforderungen nicht standhält, so will Li Lian Ong vom Internationalen Währungsfonds doch belegen können, dass der Bic Mäc-Index Wechselkurse vorhersagen kann. Wissenschaftlich beschäftigt sich das Münchener Institut für Wirtschaftsforschung (ifo) mit dem Thema: Mehr als einen Ausblick auf das aktuelle Jahr gibt man dort nicht: Zwar verliere die Konjunktur leicht an Fahrt - dennoch werde der Aufschwung in diesem Jahr sogar bei den Menschen ankommen, prognostizierte der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung Hans-Werner Sinn. Der Konsum werde zum entscheidenden Träger der Konjunktur. Sofern nichts Unvorhergesehenes eintritt.


Themenkreis:
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