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Wirtschaftsoptimismus
 
Starkem Euro und mehrwertasteuererhöhung zum Trotz: Der wirtschftliche Optimismus der deutschen Unternehmen ist kaum zu bremsen.


Die Stimmung macht's  

Was hat die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) mit Klosterfrau Melissengeist zu tun? Was auf den ersten Blick überrascht, klärt sich, wenn man weiß, dass die EKD seit 1999 das Arbeitsplatzzertifikat „Arbeit Plus" an Unternehmen mit überdurchschnittlich zukunftsfähiger Führungskultur und Personalpolitik vergibt. Und 2007 wurde die Firma MCM Klosterfrau - bekannt für ihr nach dem ätherischen Öl der Klostermelisse duftendes Heilpflanzen- Destillat - mit diesem Zertifikat ausgezeichnet.


Seit 1997 lässt die EKD Firmen vom Institut für Wirtschafts- und Sozialethik der Universität Marburg genau unter die Lupe nehmen. Auf der Checkliste stehen Themen wie betriebliche Mitbestimmung, Chancen für Frauen, flexible Arbeitszeitmodelle oder Familien fördernde Aktionen - Maßnahmen, die alle anerkanntermaßen zur Mitarbeiterzufriedenheit und -motivation beitragen. Warum sein Unternehmen, das immerhin 1.000 Mitarbeiter beschäftigt, die Auszeichnung erhalten hat, begründet MCM-Geschäftsführer Friedrich Neukirch so: "Ich glaube, wir geben den Mitarbeitern ein richtiges Zuhause. Sie sollen sich wohl fühlen bei uns. Ich glaube, wenn ein Mitarbeiter sich wohl fühlt, dann ist man bereit, sich mehr einzusetzen." Damit spricht der Unternehmer eine bekannte Erkenntnis an: Wenn das Engagement der Mitarbeiter und das Unternehmensklima stimmen, wird der Unternehmenserfolg von innen angekurbelt.

Gewinnorientierte Mitarbeiterbeteiligung
Über mangelnde Einsatzbereitschaft seiner Mitarbeiter kann sich Frank Asbeck, Vorstandschef des Solarkonzerns SolarWorld AG, nicht beklagen. Den zunehmenden Geschäftserfolg spüren Asbecks "Solarier" im eigenen Portemonnaie. Grund dafür ist das 2003 eingeführte "Programm der Gewinnorientierten Mitarbeiterbeteiligung (GOMAB)". "Mit diesem Modell zählen wir in Deutschland zu den Vorreitern", so Asbeck. Dank GOMAB erhalten alle fest angestellten Mitarbeiter zusätzlich zum Gehalt eine erfolgsabhängige Prämie. "Wenn der Konzern und die Einzelgesellschaften erfolgreich wirtschaften, dann können die Mitarbeiter Prämien zwischen 10 und 30 % des Jahresgehaltes erzielen", erklärt Asbeck. Warum der Solarmanager GOMAB aus der Taufe gehoben hat, erklärt er so: "Unser Ziel ist es, die Motivation und Identifikation des Einzelnen mit unserem Unternehmen und den Zielen des Gesamtkonzerns zu erhöhen."

Ein anderes Modell der Mitarbeiterbeteiligung praktiziert die Kolbe-Coloco Spezialdruck GmbH & Co. KG im westfälischen Versmold. Seit 1988 können sich die Mitarbeiter direkt mit Anteilsscheinen am Unternehmen beteiligen. Das führt zur einer win-win-Situation: Durch die Geldeinlagen der Mitarbeiter hat Kolbe-Coloco eine höhere Liquidität. Die Mitarbeiter sind hoch motiviert, da sie von den Überschüssen finanziell profitieren - gehen aber auch das Risiko ein, dass die Firma Verluste macht oder Pleite geht. Das setzt aber voraus, weiß Geschäftsführer Wolfgang Wulfmeyer, dass die Anregungen der Mitarbeiter auch akzeptiert werden: "Materielle Mitarbeiterbeteiligung funktioniert nur, wenn die Mitarbeiter auch immateriell beteiligt, d. h. in Planungsprozesse mit einbezogen werden, um am Ende zu spüren, dass ihre Entscheidungen umgesetzt werden."

Formen der Mitarbeiterbeteiligung Materielle Beteiligung

- Kapitalbeteiligung
Was passiert: Mitarbeiter werden Anteilseigner. Auswirkungen: Das Unternehmen besitzt eine höhere Verfügbarkeit von Kapitaleinlagen, gleichzeitig aber tragen die Mitarbeiter auch das entsprechende Risko bei Verlusten.

- Ertrags-/Erfolgsbeteiligung
Was passiert: Festangestellte Mitarbeiter erhalten erfolgsabhängige Prämien oder Boni. Auswirkungen: Erhöhte Kunden- und Verkaufsorientierung sowie ein gesteigertes Bewusstsein im Umgang mit Kosten und dadurch ein tatsächliches Ausnutzen aller verfügbaren finanziellen Potenziale.

- Mitunternehmerische Beteiligung
Was passiert: Mitarbeiter werden in betriebliche Gestaltungsund Entscheidungsprozesse mit einbezogen. Sie werden informiert und können sich aktiv beteiligen. Gerade Kleinbetriebe haben hier relativ große Handlungsfreiheit.
Auswirkungen: Durch Übertragung von mehr Verantwortung und der offenen Kommunikationsweise wird Vertrauen geschaffen. Durch klare Informationen über betriebliche Vorgänge werden Engagement, Loyalität und Kreativität gesteigert.


Themenkreis:
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