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Wissensmanagement
 
Wissen ist der entscheidende Faktor für nachhaltigen Erfolg: Um wettbewerbsfähig zu bleiben, ist lebenslanges lernen und der reibungslose Transfer von Wissen für Unternehmen und Mitarbeiter zur notwendigen Aufgabe geworden.


Besser eine gute Idee  

Die Zahlen klingen gewaltig: Gut 1,3 Mio. Verbesserungsvorschläge haben die Beschäftigten von Industrie- und Dienstleistungsbetrieben 2007 eingereicht, wovon jede zweite Idee umgesetzt worden ist. Nach Berechnungen des Deutschen Instituts für Betriebswirtschaft (dib) ergab sich daraus ein wirtschaftlicher Nutzen von gut 1,3 Milliarden Euro. Dabei muss es nicht bleiben, sagt Christiane Kersting, Leiterin Ideenmanagement beim dib: „Es gibt in Deutschland an die 39 Millionen Beschäftigte, sprich: Es gibt noch ein großes brachliegendes Potenzial für das betriebliche Vorschlagswesen." Derzeit verschenkten Unternehmen leichtfertig mehrere Milliarden Euro.


Nach der dib-Auswertung war die Deutsche Post AG im vergangenen Jahr das Unternehmen, das am meisten von den Verbesserungsvorschlägen seiner Mitarbeiter profitiert hat. Jeder Postler sparte dem gelben Riesen rechnerisch 1.485 Euro, insgesamt summierte sich der Nutzen auf mehr als 271 Mio. Euro. Danach folgten Volkswagen mit 168 Mio. Euro und Siemens mit 158 Mio. Euro Nutzen, der auf Verbesserungsvorschlägen basiert. Walter Scheurle, Personalvorstand bei der Deutschen Post, freute sich jedenfalls über die mehr als 210.000 Verbesserungsvorschläge: "In Deutschland müssen wir noch mehr Unternehmen gewinnen und ermuntern, sich aktiv beim Thema Ideenmanagement einzubringen." Das Nachdenken für die Postmitarbeiter hat sich gelohnt. An seine findigen Köpfe überwies der Post-Konzern insgesamt 163 Mio. Euro an Prämien, sprich für jeden Vorschlag gab es durchschnittlich 183 Euro.

Eine Frage der Mitarbeiterführung
Um das innerbetriebliche Vorschlagswesen zu forcieren, sieht Kersting vor allem das Management gefordert: "Der Fehler im System liegt ganz oben. Dort kümmert man sich zu wenig um das Thema. Das ist auch eine Frage der Führung von Mitarbeitern." Nach der letztjährigen dib-Umfrage zeigten Industriemitarbeiter die größte Bereitschaft, mit Ideen für Verbesserungen und Einsparungen an ihre Vorgesetzten heranzutreten. Immerhin jeder dritte Industriemitarbeiter hatte im vergangenen Jahr einen Verbesserungsvorschlag eingereicht. Nachzügler sind dagegen viele Dienstleister und Behörden. Bei den Banken kamen zuletzt auf je 100 Mitarbeiter lediglich Vorschläge, bei den Behörden waren es sogar nur fünf.

Auffällig: Vor allem in der Belegschaft von Automobilunternehmen wird intensiv nachgedacht: Immerhin 41% der Mitarbeiter hatten nach der dib-Befragung Ideen, um die Prozessabläufe zu verbessern. Auch die Toyota AG in Deutschland profitiert von ihren pfiffigen Mitarbeitern. Seit 2004 gibt es 134 laufende und abgeschlossene Mitarbeiter- Vorschläge, Kaizen genannt. "Ziel ist es Mitarbeiter zu motivieren, selber eigenverantwortlich Verbesserungspotenziale zu erkennen und im Team auch selbst umzusetzen", erklärt Holger Janz, Leiter Prozess-Controlling & Kaizen, die Unternehmensphilosophie. Dabei sei Eigeninitiative in Abstimmung mit Vorgesetzten gefragt. Janz: "Wichtig ist, dass es keine Trennung zwischen dem Ideengeber und dem Umsetzer einer Verbesserungsaktivität gibt." Prämien für umgesetzte Verbesserungsvorschläge kennt Toyota nicht. "Es gibt aber einen Wettbewerb, bei dem die Mitarbeiteraktivitäten bewertet werden und die Teams Preise gewinnen können." Die gemeinsame Teilnahme an Events beispielsweise - also vor allem Preise, die die Teambildung noch weiter fördern. Damit auch künftig nichts unmöglich bleibt.

Buchtipp: Das Betriebliche Vorschlagswesen Leitfaden für Arbeitgeber und Arbeitnehmer Haufe Verlag, 2001


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