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Chancengleichheit
 
Die Vielfalt der Gesellschaft: Das Jahr der Chancengleichheit ist das Herzstück einer Rahmenstrategie, die die Öffentlichkeit für Gleichstellung und Nichtdiskriminierung bestimmter Gruppen sensibilisieren soll.


Die Mischung macht's  

Jung, männlich, gesund - Unternehmen, die in ihrer Personalpolitik ausschließlich auf diese Attribute setzen, erwarten in Zukunft nicht nur rechtliche Probleme, sondern auch wirtschaftliche. Denn wer aus diesem engen Blickwinkel in die Zukunft schaut, lässt enorme Potenziale einfach brachliegen und wird auf dem Arbeitsmarkt immer seltener fündig.


Die Zeiten, in denen Unternehmen auf junge Mitarbeiter gesetzt haben und Menschen über 50 kaum noch Chancen auf dem Arbeitsmarkt hatten, scheinen endlich vorbei zu sein. Zu schlecht sind in vielen Betrieben die Erfahrungen mit dieser Schieflage: Denn der Weggang der älteren Mitarbeiter führt zu einem enormen Verlust von (Unternehmens-) Erfahrung. "Die Wettbewerbsfähigkeit hängt im steigenden Maße von älteren Arbeitnehmern ab", haben viele Unternehmer und Personalchefs mittlerweile erkannt und ihre Alters- und Vorruhestandsregelungen durch die Einführung beispielsweise von Gesundheitsprogrammen zur Förderung der Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter ersetzt.

Erfolg = Erfahrung + Innovation
Katjes, der Süßwarenhersteller vom Niederrhein, profitiert schon seit langem von "der guten Mischung" innerhalb seiner Teams. In dem neuen Werk in Potsdam sind zwei Drittel der Beschäftigten 50 Jahre und älter. Und auch im Stammwerk in Emmerich hat das Familienunternehmen gute Erfahrungen mit Älteren gemacht, die Generationen-Mischung ist ein Teil der Firmenpolitik. Katjes Sprecher Heiner Wolters bringt die Vorteile der Älteren auf den Punkt: Sie sind besser motiviert, disziplinierter und seltener krank als ihre jüngeren Kollegen. "Was aber vor allem zählt, sind ihre Erfahrungen, die sie aus anderen Berufen oder Ausbildungen mitbringen." Dass dieses Prinzip Erfolg nach sich zieht, beweisen die Zahlen: In den vergangenen fünf Jahren konnte Katjes seinen Umsatz um 66 % steigern.

Individuelle Stärken ausnutzen
Nicht nur der Mix aus Alt und Jung macht ein Unternehmen erfolgreich, sondern auch die Zusammenarbeiten zwischen Männern und Frauen. Unternehmen, die auf geschlechtsgemischte Teams setzen, können sich über die Vorteile freuen: Die Arbeitszufriedenheit steigt, das Betriebsklima verbessert sich, Denkanstöße aus unterschiedlichen Perspektiven bereichern die Vielfalt für Problemlösungen und brachliegende Ressourcen werden stärker ausgenutzt. Dies erkannte man sogar in den traditionellen "männlichen Branchen", wie der Automobilindustrie. Für Daimler Personalvorstand und Arbeitsdirektor Günther Fleig liegen die Vorteile auf der Hand: "Gleiche Chancen für Frauen und Männer stärken die Position von Daimler als attraktiver Arbeitgeber. Damit können wir die besten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für das Unternehmen gewinnen und halten". Auch bei der Commerzbank hat man erkannt, dass sich die Unterschiedlichkeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf die Unternehmensergebnisse auswirkt: "Teams, in denen Menschen mit verschiedenen Talenten, Erfahrungen und Sichtweisen zusammen arbeiten, sind oft in der Lage, die Wünsche unterschiedlicher Kunden schnell zu erkennen und erfolgreich umzusetzen", so Vorstandssprecher Klaus-Peter Müller.

Das Know-how der Betroffenen
Wie weit die Vorteile der Vielfalt gehen können, zeigt die Unternehmenspolitik der FRAPORT AG, der Betreiberin des Frankfurter Flughafens. Hier setzen die Personalverantwortlichen nicht nur auf die Mischung von Alt und Jung sowie von Mann und Frau, sondern zudem auch auf die Schaffung von Arbeitsplätzen von Menschen mit Behinderungen. Unter den 12.000 Mitarbeitern des Flughafen-Unternehmens befinden sich fast 900 mit einer Behinderung. Beschäftigte, von denen das Unternehmen direkt profitieren kann. Denn die Kollegen mit Behinderung wissen am besten, wo es am Frankfurter Flughafen noch Barrieren für Kunden mit Behinderung gibt und können so direkt auf Schwachstellen aufmerksam machen. Und so wundert es nicht, dass die Flughafen-Mitarbeiterin in Frankfurt, die den behinderten Fluggästen das Fliegen so barrierefrei wie möglich gestalten soll, selbst im Rollstuhl sitzt. Das hat nicht nur eine soziale Dimension - das rechnet sich auch ganz handfest wirtschaftlich. Schließlich erweitert diese Maßnahme den Kundenkreis des Flughafens nicht unbeträchtlich.


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