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Chancengleichheit
Die Vielfalt der Gesellschaft: Das Jahr der Chancengleichheit ist das Herzstück einer Rahmenstrategie, die die Öffentlichkeit für Gleichstellung und Nichtdiskriminierung bestimmter Gruppen sensibilisieren soll.
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Tausende Stellen nicht besetzt
Ja, lacht Gerrit Holz, namentlich kenne er noch alle seine Mitarbeiter. Im vergangenen Jahr ist der Chef des Biogasanlagenherstellers Biogas Nord AG nicht nur an die Börse gegangen, sondern hat seine Belegschaft auf rund 100 Angestellte fast verdoppelt. Und 2007 stehen weitere 50 Neueinstellungen an, um alle Aufträge schaffen zu können. Holz hofft auf viele Bewerbungen: „Was uns fehlt sind Fachkräfte, die schon seit Jahren in der Biogaswirtschaft tätig sind."
In der Branche ist Holz kein Einzelfall. "Den führenden Unternehmen fehlen rund 1.000 Fachkräfte", so Hendrik Becker, Sprecher des Hersteller-Beirats im Fachverband Biogas. Aber nicht nur bei erneuerbaren Energien sind Fachkräfte heiß begehrt. Die deutschen Kraftwerksbauer können ihr Wachstumspotenzial nicht ausschöpfen, weil sie nicht die passenden Arbeitskräfte haben, beklagt Frank Stieler von Siemens Power Generation und Vorsitzender der Turbinenhersteller im Verband Deutscher Maschinen und Anlagenbau. "Seit zwei Jahren haben wir eine große Zahl offener Stellen und stoßen jetzt beim Wachstum an die Grenzen", skizziert Stieler die Folgen des akuten Fachkräftemangels.
Fehler der Vergangenheit
"Wir könnten allein in der Energietechnik bis zu drei Mal so viele Fachleute gebrauchen", bestätigt auch Professor Wolfgang Schröppel. Für Schröppel, Vorsitzender der Energietechnischen Gesellschaft im Verband Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik, rächen sich heute die Fehler der Vergangenheit: "Der Investitionsstau im vergangenen Jahrzehnt in der Energiebranche hat unsere Fachrichtung einfach unattraktiv gemacht." Ähnliche Probleme hat Dänemark: "Wir brauchen bis zu 100.000 Arbeitskräfte, sonst wird unser Wirtschaftswachstum abflauen und der Druck auf die Löhne zu hoch", beschreibt Henning Gade, Experte beim Dänischen Arbeitgeberverband. Als Ausweg suchen die Dänen in Schweden und Deutschland. "Dort kennen wir die Ausbildungssysteme und die sprachlichen Barrieren sind nicht so groß", erklärt Gade. "Wir suchen Ungelernte, Facharbeiter und Akademiker", hofft Gade auf viele Grenz-Pendler. Was wiederum deutschen Betrieben in Grenznähe zu schaffen macht: In Schleswig- Holstein gibt es derzeit so gut wie keine Dachdecker mehr. Eine Lösung, um das Fachkräfteproblem zu lösen, bieten Qualifizierungskooperationen, wie sie die Berufsförderungswerke anbieten. Dabei werden zwischen Betrieb und BFW die erforderlichen Kernund Fachqualifikationen abgestimmt, so dass der Betrieb am Ende über individuell und auf die betrieblichen Belange ausgebildete Fachkräfte verfügt.
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