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Chancengleichheit
 
Die Vielfalt der Gesellschaft: Das Jahr der Chancengleichheit ist das Herzstück einer Rahmenstrategie, die die Öffentlichkeit für Gleichstellung und Nichtdiskriminierung bestimmter Gruppen sensibilisieren soll.


Die Chancen der Vielfalt nutzen  

Es ist genau zehn Jahre her, dass das Europäische Jahr gegen Rassismus ausgerufen und Artikel 13 in den EG-Vertrag aufgenommen wurde. Dieser Artikel verbietet die Diskriminierung jeder Art. Die EU ist seitdem berechtigt, Antidiskriminierungsvorschriften zu erlassen.


Dass Anspruch und Wirklichkeit auseinander klaffen, musste sich die Kommission jüngst durch eine Umfrage vorhalten lassen. Danach sind mehr als die Hälfte der EU-Bürger (51 %) der Ansicht, dass in ihrem Land Diskriminierung nicht ausreichend bekämpft wird und für die überwiegende Mehrheit der Befragten (64 %) ist Diskriminierung ein weit verbreitetes Phänomen. Insgesamt bestätigen die Ergebnisse, dass eine große Mehrheit Maßnahmen zur Förderung der Chancengleichheit im Bereich der Beschäftigung befürwortet. Vladim der für Beschäftigung, Soziales und Chancengleichheit zuständige EU-Kommissar, bewertete die eher ernüchternden Ergebnisse der Studie so: "Die Umfrage zeigt sehr deutlich, dass Diskriminierungen nach Ansicht der EU-Bürger immer noch weit verbreitet", so der EU-Kommissar, "und dass die Bürger einschneidendere Maßnahmen zur Bekämpfung von Vorurteilen, Intoleranz und Ungleichbehandlung gegenüber aufgeschlossen sind."

Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen begrüßte das Aktionsjahr der EU 2007: "Wir brauchen Chancengleichheit, wir brauchen Vielfalt, um die Herausforderungen zu bestehen, die vor uns liegen. Wir werden weniger, älter und bunter in Europa. Schätzungen der EU Kommission sagen: Die Bevölkerung von fast 500 Millionen in den jetzt 27 Staaten wird in den nächsten Jahrzehnten sinken. Die Gruppe der arbeitsfähigen Menschen im Alter zwischen 15 und 65 wird um rund 50 Millionen sinken, während die Zahl der über 80-Jährigen sich etwa verdreifachen wird. Diesen demographischen Wandel können wir nur gestalten, wenn wir auf Vielfalt setzen und Vielfalt gestalten."

Insbesondere für die Arbeitswelt erhofft Katharina von Schnurbein, Sprecherin für das Brüsseler EU-Ressort "Beschäftigung und Soziales" Impulse: "Beim Blick nach Skandinavien können die Mitgliedsländer davon lernen, wie Menschen mit Migrationshintergrund integriert werden können." Lohnenswert sei es zudem, von den Erfahrungen in Großbritannien zu profitieren, wo es umfangreiche Förderprogramme für die berufliche Entwicklung Behinderter gibt.


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