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Chancengleichheit
Die Vielfalt der Gesellschaft: Das Jahr der Chancengleichheit ist das Herzstück einer Rahmenstrategie, die die Öffentlichkeit für Gleichstellung und Nichtdiskriminierung bestimmter Gruppen sensibilisieren soll.
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Barrierefreiheit beginnt im Kopf
Aktive Chancengleichheit - bei Ford ist das kein Lippenbekenntnis anlässlich des EU-Jahres. Der Automobilhersteller mit Standorten in Köln und Saarlouis, in denen 23.500 Mitarbeiter aus 57 Nationen arbeiten, pflegt ein ganzheitliches Prinzip, in dem die Verschiedenartigkeit der Mitarbeiter als Chance verstanden wird - für diese selbst und für das Unternehmen. Das Schlüsselwort dazu heißt: betriebliches Eingliederungs management.
Schon Firmengründer Henry Ford dachte stets weiter als die Konkurrenz. Eine Haltung, die sein Unternehmen bis heute prägt: So erkannte Ford bereits 2002 die Notwendigkeit, kranke und behinderte Mitarbeiter zu reintegrieren und entwickelte als erstes Unternehmen in Europa ein betriebliches Eingliederungsmanagements (BEM). "Begonnen haben wir aus einem Bedarf heraus", erklärt Petra Zink, Disability Managerin bei Ford. Für die Fertigung des neuen Fiestas 2002 wurden dringend Mitarbeiter benötigt, und um den Engpass in der Produktion zu beheben, initiierte man das Projekt FILM - Förderung zur Integration leistungsgewandelter Mitarbeiter. Am Ende waren wieder rund 300 Mitarbeiter in der Produktion tätig, die dort zuvor aufgrund von körperlichen Einschränkungen nicht mehr arbeiten konnten. Aus dem Projekt entwickelte sich dann ein Prozess. Ford merkte schnell, wie zufrieden Mitarbeiter und Vorgesetzte über die Unterstützung bei der Wiedereingliederung waren. Für die Konzernleitung stand damit fest: Ford wird ein BEM implementieren. Dass hinter der Wiedereingliederung natürlich auch wirtschaftliche Interessen stehen, daraus macht man bei Ford kein Geheimnis: 2006 konnte Ford durch Wiedereingliederung und dem damit verbundenen Abbau der Arbeitsunfähigkeitszeiten einen Kostenvorteil im zweistelliger Millionenhöhe erwirtschaften. Heute kümmern sich 13 Integrationsteams um die individuellen Fälle. Und das nicht erst dann, wenn die Situation akut ist. "Die Teams betreuen auch Mitarbeiter, die keine Ausfallzeiten haben", erläutert Betriebsarzt Dr. Erich Knülle: "Sobald ein Mitarbeiter zum Gesundheitsdienst geht oder dem Vorgesetzten qualitative oder quantitative Schwächen auffallen, thematisieren wir das im Integrationsteam und können so früh aktiv werden, um die Beschäftigungsfähigkeit dauerhaft zu erhalten." Von den Maßnahmen profitieren inzwischen alle: "Die hohen Standards an Sicherheit und Ergonomie der Arbeitsplätze gewährleisten die Reintegration leistungsgewandelter Mitarbeiter, doch natürlich sind auch alle anderen Mitarbeiter Nutznießer", so Petra Zink. Barrierefreiheit beginne bei Ford heute im Kopf, betont Dr. Knülle: "Wir schauen, was die Leute können, nicht was sie nicht können, und räumen dann die Dinge aus dem Weg." Daher spricht man bei Ford erst gar nicht von behinderten oder kranken Mitarbeitern, nur von Mitarbeitern. "Bis 2000 gab es im Unternehmen eine eigene Abteilung für Mitarbeiter, die nicht mehr überall einsetzbar waren, heute arbeiten Behinderte neben nicht Behinderten, und das scheint uns eigentlich die optimale Barrierefreiheit zu sein."
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