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Gesundheit
Mehr Leistungsfähigkeit und höhere Produktivität – gesunde Mitarbeiter sorgen für „gesunde“ Unternehmen. Was Arbeitgeber zur Gesundheitsförderung ihrer Beschäftigung tun können, erfahren Sie hier.
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Risiko der Führungskräfte: Burn-out
Die durchschnittliche Wochenarbeitszeit von Führungskräften im
mittleren Management liegt zwischen 50 und 60 Stunden.
In den Vorstandsebenen klettert sie bisweilen auf über 80 Stunden
pro Woche. Da ist Stress eine fast schon natürliche Folgeerscheinung.
Gefährlich wird es, wenn dieser Stress zu einem Burn-out führt.
Positionen & Profile sprach mit dem Burn-out-Experten Jörg Fengler,
Professor für Psychologie an der Universität zu Köln.
P&P: Prof. Fengler, was ist ein Burn-out überhaupt?
Prof. Fengler: Burn-out ist der Sammelbegriff für verschiedene körperliche und seelische Symptome. Der Verlauf geht typischerweise über ein Gefühl der Überforderung, daraus folgen Schuldgefühle, verstärktes Bemühen, Erfolglosigkeit und schließlich die
Erschöpfung, das Burn-out. Körperliche Symptome sind Schweißausbrüche, Ticks, dauerhafte Grippe, Schnupfen
oder Magenverstimmungen, Kopfschmer-
zen, Impotenz, Atemnot, Tinnitus. Hinzu kommen emotionale Warnsignale bei Menschen, die bisher motiviert gearbeitet haben: Desinteresse und Gleichgültigkeit, Zweifel am Sinn der Arbeit und Einfallslosigkeit, Fahrigkeit, auch Scheu vor der Auseinandersetzung. Im Einzelnen oft harmlose Signale, aber alarmierend, wenn sie sich häufen oder chronisch werden.
Wer ist gefährdet?
Zunächst jeder, der großen Ehrgeiz hat und für den hohe Anforderungen bestehen. Dann alle, deren Arbeit ein "Fass ohne Boden" ist. Ebenso die, die unter starker Konkurrenz leiden. Hinzu kommen institutionelle Faktoren wie Zeitdruck, unklare Zuständigkeiten, auch konjunktureller Druck.
Tragen Führungskräfte ein höheres Risiko eines Burn-outs?
Führungskräfte haben multiple Belas-
tungen. Sie müssen konzipieren, de-
legieren, kontrollieren. Zunehmend sollen sie auch motivieren, zugleich Kontrolleur wie auch Coach sein. Sie werden häufig an einem Erfolg gemessen, auf den sie faktisch keinen Einfluss haben, weil er zum Beispiel konjunkturabhängig ist. Auf der anderen Seite leben sie in Spitzenpositionen mit dem Risiko, schon bei kleinen Fehlern über Nacht ausgemustert zu werden. Und zu guter Letzt haben Führungskräfte ein Bild von sich selbst als Sieger. Wenn sie merken, dass sie dem nicht gerecht werden, ist das eine Niederlage und schwer einzugestehen. So nehmen sie Fehlentwicklungen länger hin, was die Krankheit verstärkt.
Kann man einem Burn-out
vorbeugen?
Man sollte prüfen, wo sich Belastungen häufen und wo man aktiv positive Bedingungen schaffen kann. Dazu gehört oft, die Abgrenzung zu üben - "Nein" zu sagen ist für viele ein Problem, Termine großzügig zu setzen, keine Arbeit mit nach Hause zu nehmen. Als Ausgleich zum Stress ist ein soziales Netz wichtig, Freundschaften, Familie und grundsätzlich ein Bereich, in dem die Arbeit nicht vorkommt. Vorgesetzte können Burn-out-Gefährdete unterstützen, indem sie deren Arbeitszeit begrenzen und sich ein Feedback geben lassen, wo die Arbeit zu viel oder zu belastend ist. Sie sollten prüfen, welche Termine wirklich notwendig und welche Arbeitsabläufe sinnvoll sind. Außerdem sollten sie sorgfältig delegieren, "fehlerfreundlich" reagieren und Gelassenheit ausstrahlen. Wenn die Situation für den Betroffenen aber zur Dauerbelastung wird, die mit "Bordmitteln" nicht zu beheben ist, sollte er professionelle Hilfe suchen.
Unteres Foto:
Jörg Fengler, Professor für Psychologie an der Universität zu Köln
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