|
|
Gesundheit
Mehr Leistungsfähigkeit und höhere Produktivität – gesunde Mitarbeiter sorgen für „gesunde“ Unternehmen. Was Arbeitgeber zur Gesundheitsförderung ihrer Beschäftigung tun können, erfahren Sie hier.
|
Mit dem Management zum Marathon
Nach Schätzungen der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände gehen der deutschen Wirtschaft allein durch Herzer-krankungen von Managern jährlich an die fünf Milliarden Euro verloren.
"Umso wichtiger ist es, dass die Betriebe ihren Mitarbeitern Angebote für die Gesundheitsförderung machen", sagt Robert Jautschus. Schon seit 13 Jahren ist der Nümbrechter Diplom-Sportlehrer im betrieblichen Gesundheitsmanagement selbständig tätig. Dabei reicht das Angebot von Wellness-Angeboten über betriebliche Gesundheitsförderung bis hin zur Konditionsberatung.
"Gerade in Zeiten von Lean Management und einem geringeren Personalschlüssel steigt der Stress der Beschäftigten, so dass einfach Ausgleichsangebote notwendig sind", lautet das Credo von Jautschus. Nach seinen Erfahrungen ist das Interesse an Gesundheitsförderung in US-amerikanischen Betrieben weitaus höher als hierzulande. "Allerdings ist auch in vielen Unternehmen bei uns ein Wandel zu spüren."
Ein gewachsenes Gesundheitsbewusstsein in ihrer Firma hat auch Anja Köster in den vergangenen drei Jahren festgestellt. Sie leitet die zentrale Personalentwicklung der GKN Automotive AG am Standort Lohmar bei Köln, einem Zulieferer der Automobilindustrie und der Landtechnik. Mitverantwortlich dafür ist auch ein Wandel in der Unternehmensphilosophie: "Bei GKN betrachten wir unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als das wertvollste Gut, das den wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens sicherstellt." Der Durchbruch für eine präventive Gesundheitsförderung bei der gesamten Mitarbeiterschaft sei ihr aber erst gelungen, als das Management mitgezogen hätte: "Das war der Hebel, den wir gebraucht haben, um mehr Akzeptanz zu bekommen."
Von Rückenmassagen am Arbeitsplatz über ergonomisch gestaltete Büroarbeitsplätze bis zu speziellen Trainingseinheiten zum Heben und Tragen reichen die Gesundheitsangebote bei GKN. "Die Rückmeldungen, die wir bekommen haben, waren durchweg positiv", so Köster. Mittlerweile gibt es auch ein Ausdauerprogramm, da ein Teil des Managements und die komplette Vertriebsmannschaft am Köln-Marathon teilnehmen will. Für die Personalentwicklerin sind solche Angebote Teil ihres Gesamtkonzeptes zur Gesundheitsförderun g: "Wenn es uns gelingt, dadurch den Krankenstand nur um 0,1 Prozent zu senken, haben sich alle Anstrengungen schon bezahlt gemacht."
 |
| |  |