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Gesundheit
Mehr Leistungsfähigkeit und höhere Produktivität – gesunde Mitarbeiter sorgen für „gesunde“ Unternehmen. Was Arbeitgeber zur Gesundheitsförderung ihrer Beschäftigung tun können, erfahren Sie hier.
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Gesundheit ist mehr, als nicht krank zu sein
Klaus Haak, langjähriger Leiter der Gesundheitswerkstatt von Radio Bremen und Fachmann für Gesundheitsfragen, über einen veränderten Gesundheitsbegriff und die Folgen für Betriebe.
Gesunde Mitarbeiter sind leistungsfähiger, sie bewältigen die Anforderungen des Arbeitslebens leichter und erhöhen damit die Produktivität des Unternehmens. Es liegt auf der Hand, dass Unternehmer daher an der Gesundheit ihrer Mitarbeiter ein starkes Interesse haben. Gesundheitsprogramme zur Vorbeugung von Krankheiten scheinen vielen Arbeitgebern eine willkommene Reaktion auf zu hohe Fehlzeiten im Betrieb zu sein. "Aber", so Klaus Haak, "solche Programme sind zum Scheitern verurteilt, wenn die Phil osophie im Unternehmen nicht stimmt".
Gesundheit ist mehr, als nicht krank zu sein, begründet Haak seine Erkenntnis, die sich auf ein Gesundheitsprogramm bezieht, das die Stadt Bremen in den 80er Jahren Betrieben angeboten hat. Trotz hoher Akzeptanz erwies sich das Projekt als nicht so erfolgreich wie erwartet. Um tatsächlich gesündere Mitarbeiter zu beschäftigen, müssen die Betriebe einen anderen Ansatz wählen, und zwar einen, der sich an einem veränderten Gesundheitsbegriff orientiert: "Gesundheit ist ein Zustand körperlichen, geistigen und seelischen Wohlbefindens, der in enger Wechselbeziehung steht", definiert Haak. "Gesundheit ist dann die Folge, wenn der Mensch als physisch-psychisches und soziales Wesen begriffen wird, das seine Arbeits- und Lebensbedingungen mitgestaltet und darin Bestätigung findet". Kurz: Was Freude bereitet, hält gesund. "Und nichts", betont er nachdrücklich, " fördert Gesundheit mehr als die Identifikation mit dem Beruf".
Geschätzte Arbeit motiviert
Für die Geschäftsleitung heißt das, eine glaubwürdige Betriebsidentität zu finden, ein Bewusstsein in jedem einzelnen Mitarbeiter für den Wert seiner Arbeit zu entwickeln und ihn auch darin zu bestätigen. "Der Betrieb sollte als gemeinsame Unternehmung aller dort Beschäftigten begriffen werden. Und die Befriedigung aus dieser Zusammenarbeit muss in der Geschäftsführung anfangen." Dabei ist es wichtig, sich an dieser Stelle klar zu machen, dass es nicht um die Motivationstärkung der Mitarbeiter für den Betrieb gehen kann. Es sind die eigentlichen Bedürfnisse der Menschen als Mitarbeiter, die zuerst gestillt werden müssen, um sie erfolgreich in ihrem entsprechenden Aufgabengebiet zu machen.
Ein Betrieb, der die Freude und Selbstbestätigung seiner Mitarbeiter fördert, wird schnell feststellen, dass der Einzelne, der nicht nur seine eigenen Interessen verfolgt, seine individuelle Leistungsbereitschaft zum Wohle des Ganzen steigert. "Der Betrieb als gemeinsames Unternehmen ist eine nicht zu unterschätzende Kraft!"
"Wie Mitarbeiter berufliche Zufriedenheit körperlich ausdrücken, kann man übrigens ganz leicht beobachten", so Haak. "Schauen Sie, wie ein Stuhl von A nach B transportiert wird - aufrecht und energisch oder gebückt und langsam? Auf diese Weise erfahren Sie viel über Ihren Mitarbeiter!" Wenn sich betriebliche Gesundheitsförderung daran orientiert, unter welchen Bedingungen Menschen ihre Persönlichkeit und sozialen Fähigkeiten entwickeln können, wenn sie Hand in Hand geht mit einer Unternehmensphilosophie, deren Ziel die Zufriedenheit jedes Mitarbeiters im Betrieb ist, dann ist sie erfolgreich für das ganze Unternehmen. Das müssen die Unternehmer zuerst an sich selbst spüren. Eine wichtige Hilfe können hier Kurse zum Unternehmensmanagement sein.
Bild: Klaus Haak, Leiter der Gesundheitswerkstatt, Radio Bremen
 |  | Karl Kälin/Peter Müri:
"Sich und andere führen". Psycholgie für Führungskräfte, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter .
Ott Verlag, Thun 2000
35,68 EURO
ISBN 3-7225-6675-4 |
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