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Gesundheit
 
Mehr Leistungsfähigkeit und höhere Produktivität – gesunde Mitarbeiter sorgen für „gesunde“ Unternehmen. Was Arbeitgeber zur Gesundheitsförderung ihrer Beschäftigung tun können, erfahren Sie hier.


„Die Wunden der Industrialisierung verbinden“  

Mit den spürbaren Folgen der Industrialisierung wurde zu Beginn des 19. Jahrhunderts die Gesundheitsfürsorge zum Thema von Arbeitgebern. Zuvor war sie Privatsache oder als Armenfürsorge Angelegenheit der Kirche und wohltätiger Bürger.

Ab 1812 unterstützte der junge Friedrich Krupp in seiner Gussstahlfabrik die Arbeiter bei Krankheit, indem er Arzt- und Arzneimittelrechnungen übernahm. Ab 1836 errichtete er die erste Hilfskrankenkasse. Wer freiwillig einzahlte, erhielt bis zu sechs Monate lang 50 Prozent des Lohns als Krankengeld. Ab 1853 gab es eine regelrechte Kranken- und Sterbekasse. Die hier geltenden Merkmale Zwangsmitgliedschaft, Arbeitgeberbeteiligung und Selbstverwaltung waren Vorbild für das erste Krankenversicherungsgesetz von 1883.

Der Aufschwung, den die industrielle Revolution verursachte, und die einhergehende Technikbegeisterung wurden gedämpft durch einen mangelhaften Arbeitsschutz, prekäre Wohnverhältnisse und minimale ärztliche Versorgung - alles Faktoren, die zu erheblichem Arbeitsausfall und hoher Fluktuation führten. Zudem gab es einen wachsenden Bedarf an Arbeitskräften, die man mit firmeneigener Versorgung und umfassenden Sozialmaßnahmen umwarb.

imageträchtiges Marketinginstrument


Das Sozialengagement ihrer Inhaber wurde für die Firma Krupp zum imageträchtigen Marketinginstrument - so würde man es heute nennen. Ärztliche Versorgung, "Bade- und Brunnen-Kuren", Wohnungsbau, Hygienemaßnahmen wie ein Tonnensystem für Abfall und Fäkalien, firmeneigene Erholungsheime und sogar ein Krankenhaus gehörten zu den Errungenschaften, die aus einer Mischung von sozialpolitischem Interesse und betrieblicher Notwendigkeit entstanden.
In dieser Tradition fördert heute die "Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung" u.a. medizinische Einrichtungen und Forschung.


Buchtipps:

Lothar Gall
Krupp. Der Aufstieg eines Industrieimperiums.
Siedler-Verlag 2000
25,51 Euro
ISBN 3-8868-0583-2
Michael North
Deutsche Wirtschaftsgeschichte.
Ein Jahrtausend im Überblick.
C.H.Beck Verlag 2000
39,88 Euro
ISBN 3-4064-6093-3
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