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Gesunde Arbeit in den Unternehmen  

Gesundheitsprävention ist der wichtigste Schritt, den Auswirkungen des demografischen Wandels erfolgreich zu begegnen: Zu diesem Fazit kam Dr. Ralf Franke, globaler Leiter der Bereiche Gesundheit, Umwelt und Arbeitsschutz der Siemens AG auf dem Symposium „Gesundheit rechnet sich" im BFW München. Über 110 Vertreternamhafter bayerischer Unternehmen kamen nach Kirchseeon, um Lösungsansätze für eine älter werdende Belegschaft in Zeiten der Wirtschaftskrise zu diskutieren.


Steigender wirtschaftlicher Wettbewerb, erhöhte individuelle Arbeitsbelastung und die Alterung der Gesellschaft erfordern ein betriebliches Gesundheitsmanagement als Instrument, dem Fachkräftemangel in vielen Wirtschaftsbereichen zu begegnen. Da waren sich alle Teilnehmer, die BFW-Geschäftsführer Manfred Geier anlässlich des Symposiums "Gesundheit für alle" im BFW München begrüßen konnte, einig. In verschiedenen Fachbeiträgen stellte das BFW konkrete Projekte der Prävention, Beratung und des betrieblichen Eingliederungsmanagements vor und Hubertus Räde, Leiter der Abteilung Gesellschafts- und Sozialpolitik der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw), erläuterte den interessierten Gästen die Ziele der betrieblichen Gesundheitsförderung aus der Sicht des vbw und an konkreten Beispielen zweier Unternehmen. "Gesundheitsprävention sollte am besten schon im Kindergarten beginnen", betonte Dr. Ralf Franke von der Siemens AG. Denn die Rücksicht auf die eigene Gesundheit sei der wichtigste Schritt für ein gesundes Leben bis ins Alter - insbesondere im Hinblick auf eine Zunahme der Zivilisationskrankheiten und die zusätzliche Belastung der Arbeitnehmer durch mangelnde Bewegung oder ungesunde Ernährung. Eine weitere große Gefahr für jeden Menschen in unserer Gesellschaft macht der Leiter der Bereiche Gesundheit, Umwelt und Arbeitsschutz in der zunehmenden psychischen Belastung aus. In Punkto Gesundheitsförderung sieht Dr. Franke die Unternehmen in der Pflicht: Sie können entscheidend zum Erhalt der Gesundheit durch gezielten Mitarbeitereinsatz je nach den individuellen Kompetenzen beitragen. Die älteren Mitarbeiter können ihre reichhaltige Erfahrung einsetzen, die jüngeren sind dafür körperlich belastungsfähiger. Das richtige Maß an Eigenverantwortung fördere zudem die Leistungsfähigkeit des Mitarbeiters. Als Botschaft seines Vortrags fasste Dr. Ralf Franke zusammen: "Schaffen Sie keine Reha-Zentren für kranke Mitarbeiter, sondern ermöglichen Sie die berufliche Integration nach den individuellen Kompetenzen."
Rentenalter erreicht
Ein Argument zog sich durch alle Vorträge und wurde durch Prof. Dr. Ernst Kistler anhand der Forschungsergebnisse des Internationalen Instituts für empirische Sozialökonomie, dem er als Leiter vorsteht, beeindruckend belegt: In vielen wirtschaftlichen Branchen kann ein Großteil der Arbeitnehmer nicht das gesetzliche Rentenalter erreichen, weil es die physischen oder psychischen Belastungen nicht zulassen. Als konkrete Beispiele nannte er das Bau- und Dachdeckergewerbe. Und: In nahezu allen Berufsbereichen bewirken zudem chronische Erkrankungen die Zunahme der Fehlzeiten älterer Mitarbeiter. Die konkreten Belastungen am Arbeitsplatz, nicht ausreichendes betriebliches Gesundheitsmanagement, aber auch mangelndes gesundheitliches Bewusstsein der Betroffenen führe dazu, dass heute nur jeder 14. Arbeitnehmer bis zum Rentenalter von 65 Jahren beruflich tätig ist. Bei der anschließenden Podiums diskussion wurden branchenspezifische Probleme und Chancen des betrieblichen Gesundheitsmanagements erläutert. Dabei kristallisierte sich schnell heraus, dass nur bestimmte Unternehmen in der Lage sind, betriebliche Umsetzungen zu ermöglichen. Bei reinen Produktionsbetrieben sind alternative Arbeitsplätze eher selten. Dennoch waren sich alle Anwesenden einig, dass ein professionelles betriebliches Gesundheitsmanagement der richtige Weg ist, dem demografischen Wandel und dem drohenden Fachkräftemangel zu begegnen.

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