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Zeitarbeit als Brücke  

Zeitarbeit - Konjunkturbarometer und Wachstumsmotor der deutschen Wirtschaft: Im Frühjahr 2008 waren ca. 800.000 Zeitarbeitskräfte tätig - mehr als zwei Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten. Während viele Unternehmen das Angebot der gezielten Personalauswahl und den flexiblen Einsatz von Arbeitskräften schätzen, bleibt doch auch eine gewisse Skepsis angebracht. Denn der Einsatz dieser Arbeitskräfte muss sich für beide - den Kunden sowie den Personaldienstleistungsfirmen - rentieren.


Unbestritten erscheint das Argument, dass die Zeitarbeit eine große Chance für Berufseinsteiger und -wiedereinsteiger ist. Nach einer aktuellen Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) waren 7,5 % der von Zeitarbeitsfirmen eingestellten Personen zuvor noch nie beschäftigt, mehr als die Hälfte hatte zwar früher einmal eine Stelle, war aber zwischenzeitlich aus unterschiedlichen Gründen ohne Arbeit.

Fachkompetenz erhöht die Arbeitsmarktchancen

Um der Aufgabe der Wiedereingliederung von Absolventen im Berufsförderungswerk München gerecht zu werden, stellt sich natürlich auch die Frage, in welcher Form Zeitarbeit zur Vermittlung der Rehabilitanden in den ersten Arbeitsmarkt beitragen kann. Im Rahmen einer Zeitarbeitsmesse, die vor den Sommerprüfungen der beruflichen Ausbildung im BFW München stattfand, wurde genau dieses Thema bei einer Podiumsdiskussion mit Mitarbeitern der Personaldienstleister, Fachleuten der Agentur für Arbeit und Rentenversicherung, Unternehmern und der Vertreterin der Rehabilitanden im BFW rege diskutiert. Alle Teilnehmer betonten dabei, wie wichtig eine qualitativ hochwertige Ausbildung für den langfristigen beruflichen Erfolg sei. Zeitarbeitsfirmen sind mittlerweile ein wichtiger Kooperationspartner für Unternehmen, aber auch für die Agentur für Arbeit geworden. In Branchen, in denen qualifizierte Arbeitnehmer knapp sind, gehen derzeit besonders große Firmen des Verbandes der Bayerischen Metall- und Elektro-Industrie den Weg über die Zeitarbeit. "Die Arbeitgeber ersparen sich unnötigen finanziellen Aufwand für Stellenanzeigen und haben noch den Vorteil, den neuen Mitarbeiter vor einer eventuellen Festanstellung intensiv kennen zu lernen", so Armin Ramthun von der Timecraft GmbH. Für Fachkräfte aus dem Maschinenbau oder IT-Bereich sind die Chancen heute sehr gut, später vom Unternehmen übernommen zu werden. Relativ schwierig hingegen ist die Situation bei den kaufmännischen Berufen und für Hilfskräfte: "In diesen Bereichen gibt es zu viele Stellensuchende", erklärte Michael Herre von der Headway GmbH. "Die Zeitarbeitsfirmen machen sich hier gegenseitig unnötige Konkurrenz." Die Skepsis der Zuhörer konnte durch die Beiträge auf dem Podium nicht endgültig beseitigt werden: "Die Angst, einen zu niedrigen Stundenlohn zu erhalten und später beim Renteneintritt finanzielle Probleme zu bekommen, ist zu groß", brachte Lysann Fisch, Rehabilitandensprecherin im BFW München die allgemeine Meinung der Auszubildenden auf den Punkt. Grundsätzlich war sich die Expertenrunde aber einig, dass die Dienstleistungen der Zeitarbeitsfirmen aus dem modernen Wirtschaftsleben nicht mehr wegzudenken sind. Dem Teilnehmer im BFW München - gerade dem älteren Bewerber - können sie ein ideales Sprungbrett für den Wiedereintritt ins Arbeitsleben bieten. Dass dieser Personenkreis praxisgerecht ausgebildet ist, bestätigte Andreas Schlöffel vom Autohaus Mazda in Kirchseeon, der Praktikumsplätze für die Umschüler im BFW München anbietet und einen ehemaligen Rehabilitanden als festen Mitarbeiter beschäftigt.




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