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Vom Heizungsinstallateur zum Allroundmitarbeiter  

Wenn physische Belastung die Aufgabe des erlernten Berufes zur Folge hat, ist das für den direkt Betroffenen ein entscheidender Einschnitt, nicht nur im beruflichen Leben. So wie bei Dieter Müller: Vor zwei Jahren zwang ihn ein Bandscheibenvorfall zur Operation und führte schließlich zur Berufsunfähigkeit. Doch eine von der Deutschen Rentenversicherung Bayern Süd finanzierte Eignungsfeststellungs- und Trainingsmaßnahme ermöglichte ihm eine erfolgreiche Wiedereingliederung ins Berufsleben: bei der Robert Geier Haustechnik GmbH.


Dieter Müller wuchs in Thüringen auf und arbeitete dort in seinem erlernten Beruf in der Sanitär- und Heizungstechnik. Nach der Wende fand der damals 30-Jährige einen neuen Arbeitsplatz in Westfalen. Doch ein bisschen Heimweh und die Herausforderung, in der beruflichen Ausbildung tätig sein zu können, führte ihn 1993 wieder zurück in die alte Heimat: Als Ausbilder in einer thüringischen Firma, die Umschulungsmaßnahmen durchführte. Als das Auftragsvolumen der Firma bedenklich nachließ, zog er mit seiner Frau auch aus privaten Gründen in den Süden Deutschlands: Im Bayerischen Wald fand er 1999 bei der Robert Geier Haustechnik GmbH wieder eine Tätigkeit im erlernten Beruf. Bis zum Jahr 2005 ging alles gut. Doch ab diesem Zeitpunkt wurden die Rückenschmerzen stärker und die Zeiten der Arbeitsunfähigkeit länger. Und im Sommer des folgenden Jahres erfolgte schließlich die notwendig gewordene Operation. Während der medizinischen Rehabilitation wurde Dieter Müller vom verantwortlichen Arzt die Berufsunfähigkeit bescheinigt - doch mit 45 Jahren zeigte sich der gelernte Sanitärtechniker nicht gewillt, beruflich aufzugeben. Er wollte bald wieder eine geeignete Tätigkeit - die sein Gesundheitszustand zuließ - aufnehmen und stellte einen Antrag auf berufliche Rehabilitation bei der Deutschen Rentenversicherung. Diese ermöglichte ihm den Besuch der Eignungsfeststellungs- und Trainingsmaßnahme in der Geschäftsstelle Passau des Berufsförderungswerkes München. Dieses Angebot bereitet die erfolgreiche berufliche Umorientierung der Arbeitnehmer vor, die aus gesundheitlichen Gründen ihren alten Beruf nicht mehr ausüben können. Dabei geht es in der ersten Phase um die Analyse des Wissens, der Fähigkeiten und Verhaltensstärken sowie der Motivation der Teilnehmenden mit Blick auf alternative Arbeitsbereiche. Gleichzeitig werden wichtige Grundfertigkeiten eingeübt, der regionale Arbeitsmarkt auf geeignete Beschäftigungsmöglichkeiten hin untersucht und die Teilnehmer auf die Bewerbung für die künftige Praktikumsstelle vorbereitet. Dieter Müller begann schließlich ein Praktikum als Hausmeister bei der Lebenshilfe e.V. Die Chance war groß, über die Zeit des Praktikums hinaus weiterhin als Hausmeister angestellt zu werden. Doch die Entscheidung des Vorstands der Lebenshilfe, nur eine Halbtagsstelle einzurichten, vereitelte aus finanziellen Gründen die Weiterbeschäftigung. Der heute 46-Jährige setzte das begonnene Praktikum bei seinem alten Arbeitgeber Robert Geier fort und ist jetzt wie früher dort hauptberuflich beschäftigt. Warum war es aber nach der Operation möglich, wieder im gleichen Betrieb beschäftigt zu werden? Nach langer Krankheit und aufgrund der geringen körperlichen Belastungsfähigkeit hatte Dieter Müller Bedenken, seinem Chef irgendwann einmal wieder zur Last zu fallen. Er wollte aber seinen Job so machen, wie es sein Chef gewohnt war. Robert Geier schließlich wollte keineswegs auf den Fleiß und die Motivation seines ehemaligen Mitarbeiters verzichten. Der neue Arbeitsbereich wurde so eingerichtet, dass größere Anstrengungen vermieden werden. Sein Tätigkeitsfeld liegt von nun an im Büro, im Lager oder im Kundendienst für kleinere Reparaturen. Der Besuch einer Fortbildung in Datenverarbeitung befähigt ihn jetzt, die Kundendaten regelmäßig zu pflegen, Angebote zu schreiben und fällige Rechnungen an die Kunden zu stellen. Ein kleiner Laden soll noch hinzukommen. So hält er das Lager in Schuss und sein Arbeitgeber freut sich, den "lästigen Bürokram" nicht selbst erledigen zu müssen.



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