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Von Langenbach in die weite Welt  

Er hat geschafft, was ihm nach der Bekanntgabe der global operierenden Kühne + Nagel - Gruppe, den Standort in München-Pasing nach Langenbach im Landkreis Freising zu verlegen, vorschwebte. „Mit Abschluss meiner Ausbildung zum Kaufmann für Spedition und Logistikdienstleistung wollte ich unbedingt in diesem neuen Betrieb eines der weltweit führenden Logistik-Unternehmen arbeiten", so der 41-jährige Franz Gradl. Während die Luftfracht beim nahen Münchner Flughafen untergebracht ist, sind die Bereiche Kontraktlogistik, Seefracht, Internationale Landverkehre und Umzug hier ansässig.


Die Zielstrebigkeit des Mannes aus Moosburg entwickelte sich aber erst im Laufe seines beruflichen Lebens und wurde wie so oft bei vielen Rehabilitanden durch einen Schicksalsschlag ausgelöst. Beruflich begann er nach der Schule mit der Ausbildung zum Metzger und arbeitete im Ausbildungsbetrieb noch zwei Jahre als Geselle, bis ihn eine Hüftverletzung aufgrund eines Autounfalls zur Aufgabe des erlernten Berufes zwang. Seine Zuneigung zum Berufsfeld "Lagerung und Transport" entwickelte sich dann bei der Firma Normstahl GmbH in Moosburg, einem Hersteller von Garagen- und Industrietoren.
Dort war Franz Gradl zuerst als Versandarbeiter für das Be- und Entladen sowie für das so genannte Kommissionieren zuständig und schaffte es innerhalb kurzer Zeit zum Versandleiter. "Was mir aber bei dieser Beschäftigung besonders fehlte, waren die oftmals notwendigen kaufmännischen Kenntnisse", blickt Gradl zurück. Doch auch in dieser Firma konnte er bald nicht mehr länger tätig sein. Sein gesundheitlicher Zustand verschlechterte sich zusehends. Die Entwicklung einer Arthrose ließ das Einsetzen eines künstlichen Hüftgelenkes nicht mehr hinauszögern. Das war das Ende seiner Tätigkeit bei Normstahl.

Wende in der Reha-Klinik
Die entscheidende Wende kam während Gradls Aufenthalt in der Reha-Klinik. "Dort sprach ich mit einem Reha-Berater der damaligen LVA Oberbayern und äußerte meinen Wunsch nach einer Ausbildung zum Kaufmann für Spedition und Logistikdienstleistung. Aufgrund der positiven Aussichten fasste ich neuen Mut." Nach dem zustimmenden medizinischen Gutachten durch den Rentenversicherungsträger konnte rasch der Antrag auf berufliche Rehabilitation bearbeitet werden.
Im September 2002 begann seine Ausbildung im Berufsförderungswerk München mit dem Reha-Vorbereitungslehrgang. Der Abschluss der beruflichen Rehabilitation war für Dezember 2004 vorgesehen. Und Franz Gradl verfolgte zielstrebig sein Vorhaben. Er durfte das obligatorische berufliche Praktikum über vier Monate bei Kühne + Nagel in Langenbach absolvieren und hinterließ während dieser Zeit einen so nachhaltigen Eindruck, dass er schon einen Tag nach dem letzten Prüfungstag am 15. Dezember 2004 mit der Arbeit begann. "Wir können froh sein", so Logistikleiter Thomas Schober, so motivierten und fundiert ausgebildeten Kollegen für unseren Betrieb gewonnen zu haben."

Seit Beginn ist Franz Gradl überwiegend als kaufmännisch- gewerblicher Bereichsleiter in der Kontraktlogistik tätig. Dahinter verbirgt sich ein Geschäftsmodell, das auf einer langfristigen, arbeitsteiligen Kooperation zwischen einem Hersteller von Gütern und dem Logistikdienstleister basiert. Die Mitarbeiter von Kühne + Nagel in Langenbach arbeiten jeweils mit festen Kunden zusammen und wickeln selbstständig alle anfallenden Aufträge mit den einzelnen Kontraktpartnern fristgerecht ab. Aufgrund seines Engagements und seiner im Berufsförderungswerk München erworbenen Kenntnisse wurde Franz Gradl bald zusätzlich zum stellvertretenden Lagerleiter bestellt.
Als ein weiteres Zeichen des Vertrauens ist die Entscheidung seines Vorgesetzten zu werten, ihn zur Teilnahme an den Seminaren im Rahmen des internen Personalentwicklungsprogramms, deren Besuch für das persönliche Weiterkommen in der Firma unerlässlich ist, vorzuschlagen. Mittlerweile absolviert Gradl das dritte Modul dieses Programms.
Dieser berufliche Erfolg des ehemaligen Rehabilitanden basiert neben der persönlichen Zielstrebigkeit auch auf der umfassenden Ausbildung im BFW München, die dort für künftige Speditionskaufleute seit 1978 angeboten wird. Mit der Neuordnung des Ausbildungsberufes im Jahre 2004 werden besonders die Ausbildungsinhalte der Bereiche Logistik und Spedition integriert, die durch die Globalisierung des wirtschaftlichen Handelns an Bedeutung zunehmen.
Dass das BFW München mit seinen Anstrengungen in der Ausbildung von Menschen mit Behinderungen richtig liegt, beweist nicht nur die neuen beruflichen Perspektiven von Franz Gradl.



E-Mail: info@bfw-muenchen.de
www.bfw-muenchen.de
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